PULS 4 über Bischof Laun: ‚Ungustl-Bischof hetzt‘

Klare Worte nach Missbrauchs-Generalverdacht des Geistlichen

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Klare Worte findet der österreichische Privatsender PULS 4 zum Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Der Sender brachte einen Beitrag über die Äußerungen des Geistlichen, dass Kindesmissbrauch unter Homosexuellen häufiger sein könnte. Betitelt wurde der Beitrag mit „Ungustl-Bischof hetzt“.

Da schauten einige Zuschauer nicht schlecht, als sie am Dienstag die PULS 4 News gesehen haben: Als Moderator Fabian Kissler den Beitrag über Weihbischof Laun anmoderierte, standen tatsächlich diese deutlichen Worte im Beitrags-Insert.

Der Beitrag beschäftigte sich kritisch, aber journalistisch fair, mit den Aussagen von Laun, homosexuelle Paare würden eher zu Kindesmissbrauch neigen – deshalb müsse ihnen die Adoption verwehrt bleiben. Zu Wort kam auch ein schwules Pflegeeltern-Paar, das den Weihbischof zu sich nach Hause einlud, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Laun hat auf diese Einladung noch nicht reagiert.

HOSI Salzburg: „Launs Aussagen sind gefährlich“

Reagiert hat hingegen die HOSI Salzburg. Deren Sprecher Gernot Marx betont, die Aussagen von Laun seien „gefährlich und können zu psychischen wie auch physischen Schäden bei LGBTI-Personen führen”.

Sie seien auch wissenschaftlich nicht haltbar: „Für mich bewegt sich das auch nicht mehr auf der Ebene einer Geisteshaltung, es wirkt eher wie der krankhafte Versuch, homophobes Gedankengut in der Gesellschaft zu legitimieren” so Marx weiter.

Marx fordert nun vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner „massive Gegenschritte einzuleiten und umgehend für eine Klarstellung zu sorgen“. Denn „ein Weihbischof, der so denkt und das auch noch öffentlich kundtut, ist in seinem Amt nicht tragbar“, so Marx.

Die HOSI Salzburg behält sich weitere Schritte gegen Weihbischof Andreas Laun vor. „Für uns grenzt das an Verhetzung. Wir wollen eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft schicken“, sagt Marx. Ob tatsächlich ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt, sei schwer einzuschätzen.

Eines steht für den Vorsitzenden der HOSI Salzburg aber fest: „Hardliner wie Laun sind ein massiver Schaden für die Gesellschaft. Homophobie wird immer unterschwelliger und perfider. Wir fordern auch die Politik auf, aktiv zu werden und die Gleichstellung voranzutreiben.“

Die Kirche lässt Laun im Regen stehen

Die Erzdiözese Salzburg distanziert sich in einer ersten Stellungnahme von den Aussagen ihres Weihbischofs. „Das ist seine Privatmeinung, nicht die der Erzdiözese“, so ein Sprecher.

Auch Ferdinand Kaineder, Pressesprecher der österreichischen Ordensgemeinschaften, fragte sich auf Twitter: „Wieso bekommt so ein ‚Bischof‘ auf Katholiken.Net immer wieder Platz? @Pontifex.de ist lange nicht am Ziel.“

Wohl auch, weil Andreas Laun sich keiner Schuld bewusst ist. „Ich bleibe dabei. Das ist keine Verhetzung, sondern Fakt“, so der 71-Jährige zum Kurier: Es sei erwiesen, dass bei Missbrauch die Täter häufiger männlich seien als weiblich. „Muss ich mich jetzt bei allen Männern entschuldigen?