Arkansas öffnet Ehe ein bisschen für Lesben und Schwule

Der nächste US-Bundesstaat öffnet die Ehe: Am Wochenende wurden auch im US-Bundesstaat Arkansas die ersten Ehelizenzen für gleichgeschlechtliche Paare ausgestellt. Damit bekommen auch erstmals Lesben und Schwule in einem US-Bundesstaat des konservativen „Bible Belt“ die Möglichkeit, sich das Ja-Wort zu geben.

Am Freitag hat der Bezirksrichter von Pulaski County, Chris Piazza, geurteilt, dass das Ehe-Verbot für homosexuelle Paare in der Verfassung des US-Bundesstaates die Rechte dieser Paare verletze. Der Ausschluss einer Minderheit ohne nachvollziehbaren Grund sei ein „gefährlicher Präzedenzfall“, so Piazza.

Anders als bei ähnlichen Entscheidungen setzte er sein Urteil sofort in Kraft, obwohl Generalstaatsanwalt Dustin McDaniel eine Berufung ankündigte. Persönlich gilt McDaniel als Befürworter der Ehe-Öffnung – bei der Berufung verweist er auf seine Amtspflicht.

Für viele schwule und lesbische Paare war das der Startschuss, um nach Eureka Springs zu fahren. Der Bezirk Carroll County, in dem die Stadt liegt, hat angekündigt, den Paaren die Ehelizenz auszustellen. Das erste gleichgeschlechtliche Paar, das eine solche Lizenz bekommen hat, waren die 27-jährige Kristin Seaton und ihre ein Jahr jüngere Partnerin Jennifer Rambo.

Sie haben in ihrem Ford Focus übernachtet, als sie um 2 Uhr früh in Eureka Springs ankamen. Jede halbe Stunde schauten sie nach, ob nicht noch jemand vor ihnen auf eine Lizenz wartete. Sie sind seit vier Jahren zusammen und wurden an den Stufen des Gerichtsgebäudes verheiratet. Fast ein Dutzend weiterer Paare folgte ihnen.

Weitere konservative US-Bundesstaaten könnten bald folgen: Im Februar hat ein Bundesrichter angeordnet, dass auch Virginia gleichgeschlechtlichen Paaren eine Ehelizenz ausstellen muss. Der Bundesstaat hat aber dagegen berufen, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Kentucky wurde dazu verurteilt, gleichgeschlechtliche Ehen aus anderen Staaten anzuerkennen.