Graz: Schwules Paar aus Taxi geworfen

In Graz ist ein schwules Paar aufgefordert worden, aus dem Taxi zu steigen. Das berichtet die Wochenzeitung „Der Grazer“. Rechtlich lässt sich gegen den Schwulenhass des Taxifahrers nichts machen – und auch die Taxigruppe, für die der Mann fährt, geht vorerst auf Tauchstation.

Es war letzten Samstag, als Klaus K. – der Name wurde von der „Grazer“-Redaktion geändert – mit Freunden im Uni-Viertel unterwegs war. Dann wollte er mit seinem Freund mit dem Taxi ins nächste Lokal fahren. Was er dort erlebte, kann er noch immer nicht glauben.

„Als der Fahrer im Rückspiegel sah, dass mir mein Freund – ich lebe seit zwei Jahren in einer homosexuellen Beziehung – einen Kuss gab, stellte der Taxifahrer, der übrigens selbst einer Minderheit angehört, das Auto wieder ab und meinte: ‚So etwas transportiere ich nicht!‘ Wir mussten aussteigen!“, erinnert sich Klaus K. noch immer ungläubig an die verhinderte Taxifahrt.

Das schwule Paar fotografierte Namensschild des Wagens und das Kennzeichen. Sofort riefen sie bei der Telefonzentrale von Taxi 878 an – jener Funktaxi-Gruppe, zu der das betreffende Taxi gehört. Dort sagte man den beiden enttäuschten Männern, dass sich nach dem Wochenende jemand bei ihnen melden würde. Auf den Anruf warten sie bis heute.

Auf Rückfrage des „Grazers“ erklärte 878-Geschäftsführerin Sylvia Loibner, sie habe erste durch die Recherchen der Zeitung von dem Vorfall erfahren. Sie versprach, sich umgehend mit den Kunden und dem Fahrer in Verbindung zu setzen.

Rechtlich kann Klaus K. nicht gegen den Taxifahrer vorgehen – das „Levelling Up“ des Diskriminierungsschutzes für Dienstleistungen wird seit Jahren erfolgreich von der ÖVP blockiert. Für Daniela Grabovac von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark ist das ganz klar „eine Diskriminierung im Gesetz“. Sie ergänzt: „Wie fordern da schon seit Jahren Verbesserungen ein“. An wem diese scheitern, ist kein Geheimnis.