Amsterdam: Schwule nach dem Fortgehen entführt, verprügelt und beraubt

In Amsterdam sind am Sonntag zwei schwule Männer misshandelt und ausgeraubt worden. Die Angriffe gleichen sich in vielen Punkten, die Behörden vermuten dieselben Täter hinter beiden Überfällen. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Einer der Vorfälle ereignete sich Sonntag früh gegen 2.00 Uhr. Ein 21-Jähriger, dessen Name von den Behörden nicht genannt wurde, stieg nach dem Besuch einer schwulen Szenebar im Stadtteil Amstel in ein Taxi.

Taxifahrer als Komplize für Überfall?

Dabei bemerkte er, dass der Taxifahrer über den Rückspiegel Signale mit einem hinter ihm fahrenden SUV austauschte. Daraufhin sprang er am Emamaplein aus den Auto und warf dem Fahrer 20 Euro zu. Dieser rief ihm hinterher, dass ihm der junge Mann 150 Euro schuldete.

Doch die Flucht nutze nicht: Der Mann bemerkte, dass er von mehreren Autos verfolgt wurde. Ein Unbekannter griff von hinten nach ihm und zog ihn in eines der Autos. Dabei wurde er homophob beschimpft. Die Insassen fingen an, den 21-Jährigen zu verprügeln. Danach zwangen sie den jungen Mann, mit seiner Bankomatkarte Geld abzuheben.

Kommen die Täter aus Nordafrika?

Als sie das Geld hatten, riefen sie ihm etwas in einer fremden Sprache zu und fuhren weg. Im Spital stellten die Ärzte danach eine Gehirnerschütterung und mehrere Blutergüsse fest. Die Polizei ermittelt nun wegen Entführung, Körperverletzung und Raub.

Die Täter dürften der Beschreibung des 21-Jährigen zufolge etwa 25 Jahre alt sein und aus Nordafrika stammen. Einer hatte einen Bart und trug ein dunkles Hoodie. Der andere war auffallend trainiert und trug zu seiner dunklen Kleidung schwarze Nike-Schule mit weißer Sohle.

Zweiter Angriff vor Schwulenclub

Der Angriff hat Ähnlichkeiten mit einer Attacke, die sich am Samstag ereignet hat. Der 46-jährige Boudewijn van Sante verließ den Club „The Warehouse“, als ihn zwei Männer ansprachen und fragten, ob der Drogen kaufen wolle.

Als er sich von ihnen abwandte, fingen sie an, ihn zu schlagen und als „dreckige, perverse Schwuchtel“ zu beschimpfen. Van Sante konnte sich wehren, fiel aber auf den Boden und verletzte sich dabei am Auge. Trotzdem konnte er einen seiner Angreifer noch zwischen die Beine treten. Sie flüchteten mit 60 Euro und seinem iPhone.

Das Opfer beschrieb die Täter als „zwei Marokkaner, etwa 20 Jahre alt“. Im Krankenhaus konnten die Ärzte keine Gehirnerschütterung feststellen. Eigenen Angaben zufolge leidet van Sante aber noch an Kopfschmerzen, Müdigkeit und Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis.