Blutspende in Nordirland: Ministerium gegen Minister

Auch, wenn der nordirische Gesundheitsminister Jim Wells schwulen Männern weiterhin lebenslang verbieten möchte, Blut zu spenden – in seiner eigenen Behörde teilt man die Meinung des Chefs offenbar nicht.

„Dieses Ministerium ist nicht im Besitz von Akten mit medizinischen Daten, die eine Aufrechterhaltung des permanenten Ausschlusses von Männern, die Sex mit Männern haben, von der Blutspende rechtfertigen würden.“, bekam die BBC auf eine entsprechende Anfrage an das nordirische Gesundheitsministerium als Antwort.

England, Schottland und Wales haben das lebenslange Blutspendeverbot bereits im Jahr 2011 aufgehoben. Dort können Männer, die ein Jahr lang keinen Sex mit Männern gehabt haben, zur Spende gehen. Die Entscheidungen, die dort zu der Änderung der Richtlinien gegolten haben, würden auch für Nordirland gelten, so das Ministerium weiter.

Denn die Entscheidung, in Nordirland schwulen Männern die Blutspende zu verweigern, ist politisch: Gesundheitsminister Jim Wells und sein Vorgänger Edwin Poots haben eine Änderung der Regeln abgelehnt. Dafür wurde die Regierung von Nordirland auch rechtskräftig verurteilt – doch dagegen hat Wells berufen. Die Prozesskosten für den Steuerzahler betragen mittlerweile mehr als 40.000 Pfund.