[Update] ‚Schwule besonders kontrollieren‘: Sicherheitschef muss gehen

Eine äußerst unappetitliche Weisung der Metro von Madrid hat nun für Konsequenzen gesorgt. Das Sicherheitspersonal wurde angewiesen, bei den Kontrollen besonders auf Homosexuelle, Bettler und Musiker zu achten. Nun gibt es disziplinarische Maßnahmen und eine Entlassung.

Bei diesen Gruppen gebe es besonders häufig ungültige Fahrscheine, heißt es in dem Memo der U-Bahn-Betreibergesellschaft, das letzte Woche öffentlich gemacht wurde. Eine Erklärung, warum diese Fahrgäste besonders oft ohne Ticket unterwegs sein sollen, gibt es in der internen Mitteilung nicht.

Die Aufregung über das Memo war in Madrid groß: Der Lesben- und Schwulenverband COLEGA Madrid nannte es „erniedrigend und diskriminierend“. In einer ersten Stellungnahme auf Twitter nannte der Geschäftsführer der staatlichen Metro-Gesellschaft, Ignacio González Velayos, das Memo „unglücklich“ und kündigte eine interne Untersuchung an.

Als Konsequenz wurden disziplinarische Maßnahmen gegen zwei Mitarbeiter der U-Bahn von Madrid eingeleitet, der Sicherheitschef wurde sogar vom Dienst suspendiert. Dieser „hätte das Versenden des Schreibens überwachen müssen“, so Metro de Madrid. Das Unternehmen teile „in keinster Weise den Inhalt und die Ausdrücke dieses Schreibens“, das „nicht offiziell“ sei.

González Velayos hat angekündigt, sich mit Vertretern von Homosexuellen- und Obdachlosen-Vereinen zu treffen. Er möchte ihnen versichern, dass es einen solchen Vorfall in der U-Bahn von Madrid nicht mehr geben werde. Ob er dem Vorschlag von COLEGA, eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne in der U-Bahn zu starten, auch nachkommen wird, steht noch nicht fest.