Köln hat nun einen schwulen ‚Tatort‘-Ermittler

Endlich ist es soweit – der „Tatort“ hat seinen ersten offen schwulen Ermittler. Gestern hatte er seine Premiere – passenderweise in einer Folge aus Köln.

Die beiden altgedienten Kommissare Max Ballon, gespielt von Klaus J. Behrendt, und Freddy Schenk, gespielt von Dietmar Bär, bekommen Ersatz für ihre Assistentin Franziska, die vor eineinhalb Jahren in einer Folge ermordet wurde. Und zwar in Form von Tobias Reisser, dargestellt vom Hamburger Schauspieler Patrick Abozen.

Offen gezeigt hat Reisser seine sexuelle Orientierung vor seinen Chefs noch nicht. Doch es gibt eindeutige Andeutungen – das bestätigt Abozen auch in einem Interview mit dem Kölner „Express“: „Das ist angedacht, der Charakter ist halt hochsensibel“, erklärt er. „Die Produktion hat das schon in diese Richtung gedacht.“

Das erste Mal ist Tobias vor einem Jahr in der Folge „Der Fall Reinhardt“ aufgetaucht – und hat sich bewährt: Die Figur hat nun zumindest in den nächsten Folgen einen Stammplatz im Kölner „Tatort“-Team. Im Internet gab es für die neue Figur damals viel Spott. „Der Tobias sollte lieber Kindergärtnerin werden“, hieß es auf Twitter, oder „Tobias ist aber hauptsächlich fürs Catering zuständig, oder?“

Und auch in der gestrigen Folge sticht Tobias Reisser nicht durch Kompetenz hervor: Immerhin übersieht er eine Gefängnisakte eines Verdächtigen, versucht dann aber den Fehler wieder durch Einsatz gutzumachen. Eines steht fest: Den Respekt der altgedienten Kommissare muss er sich erst erarbeiten.

Ob er das schafft, werden die nächsten vier Folgen zeigen. Für diese hat Patrick Abozen nämlich unterschrieben – zwei davon sind bereits abgedreht. Dann werden wir auch sehen, wie sich die Figur weiterentwickelt.