[Video] Angriff nach Prückel-Demo: Sechs Monate bedingt für Schläger

Jener 17-Jährige, der nach der „Küssen im Prückel“-Demo, einen schwulen Burschen verprügelt hat, wurde am Landesgericht Korneuburg wegen schwerer Körperverletzung und Nötigung zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Es war am 16. Jänner, als rund 2000 Teilnehmer gegen den Rauswurf eines lesbischen Paares aus dem Wiener Traditionscafé Prückel demonstrierten. Unter diesen Menschen war auch der 17-Jährige Matthias N. aus dem Bezirk Mistelbach. Wie Staatsanwältin Elisabeth Böhm erklärte, fuhr er nach Wien, um sich das „Gequatsche“ anzuhören. Denn bei seiner Ausforschung habe er angegeben, eine Abneigung gegen Homosexuelle zu haben. Er schlug zu, „weil ich gegen so etwas bin“, erklärte er dann auch vor Gericht.

Zusammen mit zwei Unbekannten, die er auf der Demo traf, verfolgte er nach der Kundgebung gezielt einige Teilnehmer – unter anderem auch den 18-Jährigen Manuel. Er trug an diesem Abend Frack, Gehstock und Regenbogenschärpe. Bereits hier begann die Gruppe, ihre späteren Opfer anzustänkern.

„Als er uns das nächste Mal vor der Toilette angesprochen hat, habe ich mir sein Gesicht gemerkt, weil ich gewusst habe, gleich passiert irgendwas. Er hat mich nur gefragt: ‚Bist du schwul‘, und das war das Einzige, das wir miteinander geredet haben“, erinnert sich Manuel im Gespräch mit den PULS 4 News an den Angriff: „Sie haben den Ausgang blockiert, mich gehalten, ins Gesicht geschlagen und als ich die Security gerufen habe, sind sie geflohen.“

Manuel trug Prellungen im Gesicht und Nasenbluten davon. Die Täter wurden durch die Bilder der Überwachungskameras identifiziert, der Angeklagte konnte ausgeforscht und durch das Opfer identifiziert werden.