Schlechtes Wetter, gute Stimmung: Die Regenbogenparade 2015

Auch, wenn das Wetter den Veranstaltern und Besuchern dieses Jahr nicht wohlgesinnten war: Die 20. Regenbogenparade war ein voller Erfolg. Gut 100.000 Teilnehmer und Besucher waren entlang der Ringstraße, um lautstark und mit guter Stimmung für die Gleichheit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern zu demonstrieren.

Die Parade startete diese Jahr gegen 14.45 – also mit einer Dreiviertelstunde Verspätung – auf der Ringstraße vor dem Rathausplatz. Das Wetter schien der Veranstaltung zunächst hold zu sein – bis gegen 15.30 ein Regenschauer einsetzte. Bei der Bellaria, die der Zug gerade passierte, drängten sich die Schaulustigen in den überdachten Straßenbahnstationen. Auch die U2 und die U3, die hier die Station „Volkstheater“ anfahren, waren kurzzeitig überlastet.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Diese war „mit der Stimmung bei der allerersten Parade vergleichbar. Damals war Aufbruchstimmung. Heuer gehen wir auf die Straße und haben das Gefühl angekommen zu sein“, erklärt Christian Högl, Obmann der HOSI Wien. Diese veranstaltet seit 13 Jahren die Regenbogenparade.

Nach einer guten halben Stunde war der Regenschauer dann auch vorbei – und die Zuseher sahen wieder einige prächtige und fantasievolle Kostüme: Ob Engel, Bräute, Ampelpärchen oder Teilnehmer im Trachten-Look, zu sehen gab es am Samstagnachmittag so einiges. Und auch ihrem politischen Anspruch wurde die Regenbogenparade wieder gerecht. So hatten nicht nur die Grünen, die SPÖ und die NEOS eigene Gruppen auf der Parade, sondern auch die Wiener Antidiskriminierunggsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) oder die Gewerkschaft VIDA.

Auch Unternehmen waren dieses Jahr bei der Regenbogenparade stark vertreten: Von den Wiener Linien, die mit zwei Sonder-Straßenbahnen den Paradezug anführten, über die ÖBB, Microsoft, car2go oder der Pharmariese Baxter – sie alle zeigten, dass Diversity in den großen österreichischen Unternehmen angekommen ist. Insgesamt nahmen knapp 60 Gruppen an der Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern teil – ein neuer Rekord in der Paraden-Geschichte.

Nachdem die Regenbogenparade den gesamten Ring in Wien „andersrum“ – also entgegen der Fahrtrichtung – umrundet hatte, trafen die Teilnehmer wieder am Rathausplatz ein, wo die „Pride Speech“ die Regenbogenparade beendete. Hier forderten Vertreter der HOSI Wien und der Politik die vollständige Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern – darunter die Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ), Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

Links zum Thema