Schweizer Bischof bekräftigt Todesstrafe für Schwule

Geschickt verpackt der Hardliner seine Ansichten in Bibelzitate

Vitus Huonder
Bistum Chur

Einer der notorischen Homo-Hasser der römisch-katholischen Kirche hat wieder zugeschlagen: Bei einem Vortrag vor konservativen Katholiken im deutschen Fulda hat Vitus Huonder, Bischof von Chur, eine Bibelpassage zitiert, in der Schwule mit dem Tod bestraft werden sollen.

Rund 50 Minuten dauerte der Auftritt Huonders beim Forum „Freude am Glauben“. Unter dem Titel „Die Ehe – Geschenk, Sakrament und Auftrag“ ließ der Geistliche aber nur wenig hören, was diese Freude am Glauben stärkt.

Mit Bibelstellen gegen das Verbot zu hetzen?

So zitierte er mehrere Bibelstellen, die Homosexualität verbieten. Damit versucht Bischof Huonder vermutlich, geschickt deutsches Recht zu umschiffen, nach dem solche Äußerungen prinzipiell als Hetze gegen eine Gruppe strafrechtlich verfolgt werden könnten. Jemanden wegen einem Zitat aus der Bibel anzuzeigen wäre allerdings ein Tabubruch und würde den Betroffenen als „Glaubensverfolgten“ darstellen – damit rechnet der Geistliche offenbar.

Besonders angetan haben es dem Bischof von Chur zwei Stellen aus dem Buch Levitikus, darunter den Vers „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen.“ Unter Applaus der Anwesenden sagte Huonder: „Die beiden Stellen allein würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben.“

Huonders Meinung ist theologisch sehr umstritten

Eine Meinung, die die überwiegende Mehrheit der christlichen Theologen nicht teilt. Sie argumentieren, dass sich solche Bibelstellen meistens auf konkrete sexuelle Praktiken beziehen, die von heterosexuellen Menschen trotz ihrer ehelichen Verpflichtungen vollzogen wurden und die oftmals mit Zwang verbunden waren. Um homosexuelle Identitäten und Beziehungen wie sie heute gelebt werden, sei es damals nicht gegangen, weil sie in der Form gar nicht bekannt waren.

Der Schweizer LGBT-Dachverband Pink Cross ist über die Äußerungen des Bischofs „schockiert und verärgert“. Von Huonder fordert er eine „öffentliche Entschuldigung für die erneute Entgleisung“, der Verband prüfe, ob diese Aussagen strafrechtlich relevant seien. „Ein Kirchenvertreter lebt in keinem rechtsfreien Raum. Wer so argumentiert und indirekt sagt, Homosexuelle sollen getötet werden, ist kein Kirchenmann – sondern ein Hetzer und Straftäter”, erklärt Pink-Cross-Geschäftsleiter Bastian Baumann.