WM nach Russland und Katar: Schwul-lesbische Fußballfans kritisieren FIFA

Scharfe Kritik am Weltfußballverband FIFA kommt von der Dachorganisation der schwul-lesbischen Fußball-Fanclubs „Queer Football Fanclubs“ (QFF). Sie haben sich am Wochenende auf Einladung der „Letzi Junxx“, dem LGBT-Fanclub des FC Zürich, in der Schweiz getroffen.

Dabei wurde der FIFA ein offener Brief übergeben, in dem die Vergabe der Weltmeisterschaften an Russland und Katar kritisiert wurde. Damit verletze der Weltfußballverband Artikel 3 seiner eigenen Statuten, so QFF. Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten“, heißt es dort.

Und genau das treffe aber für Russland und Katar zu, wenn es um schwule und lesbische Fußballfans geht: In Russland hat das Gesetz gegen Homo-„Propaganda“ die Lage verschärft, in Katar ist Homosexualität verboten und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

QFF ist eine Vereinigung schwul-lesbischer Fanorganisationen aus ganz Europa. Gegründet wurde sie zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von den schwul-lesbischen Fanclubs aus Berlin, Stuttgart und Dortmund gegründet. Inzwischen haben die im Dachverband organisierten Vereine mehr als 1.200 Fans. Bei der Tagung wurde unter anderem auch ein neues Logo beschlossen. Die nächste QFF-Tagung wird im Jänner 2016 in Gelsenkirchen stattfinden, Gastgeber sind dann die Mitglieder des Schalke 04-Fanclubs „Andersrum auf Schalke“.