Zuständiger Bischof entlässt Charamsa vom Priesteramt

Der polnische Theologe Krzysztof Charamsa, der sich Anfang Oktober als schwul geoutet hatte, wurde des Priesteramtes enthoben. Das berichten polnische Medien.

Zuständig für die Amtsenthebung war Pelpin, das Heimatbistum von Charamsa. Dessen Bischof Ryszard Kasyna hat diesen Schritt nun vollzogen. Der offen schwule Theologe muss nun seinen Kollar und sein Priestergewand ablegen, darf keine Messen mehr lesen und keine Sakramente mehr spenden.

„Unter Beachtung von Pater Charamsas fehlendem Willen, sein Verhalten zu korrigieren und von Stellungnahmen, die nahelegen, dass er weiterhin die Regeln brechen will, die das Verhalten von katholischen Priestern regeln“ habe man ihn seines Priesteramtes enthoben, heißt es in einer Stellungnahme.

Bereits gleich nach dem öffentlichen Coming Out von Krzysztof Charamsa hatte Bischof Kasyna gemeint, dessen Erklärung stehe „konträr zu den Schriften und Lehren der Katholischen Kirche“, und er solle zum Weg der Priesterschaft zurückfinden. „Ziel der Strafe“ sei es, „dass Charamsa seine Lebensweise ändert“. Dann könne er ins Priesteramt zurückkehren, so der Bischof der nordpolnischen Diözese.

Krzysztof Charamsa ist der bis jetzt ranghöchste Geistliche, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hat. Vor seinem Outing war er seit 2011 stellvertretender Sekretär der Internationalen Theologischen Kommission bei der Glaubenskongregation und lehrte ab 2009 Theologie an den päpstlichen Hochschulen Gregoriana und Athenaeum Regina Apostolorum in Rom.

Er galt innerhalb des Vatikans als konservativ: So hat er unter anderem im Jahr 2005 für die Glaubenskongregation an einem Dokument mitgewirkt, nach dem die Weihe von schwulen Priestern vermeidet werden soll. Heute fordert er die Abschaffung dieses Dokuments. Das Verbot von homosexuellen Klerikern erinnere ihn an die „dunkle Vergangenheit“, sagte Charamsa in einem Interview.

Vielmehr gebe es in der Kirche viele „fantastische homosexuelle Priester“, deren Stigmatisierung und schlechte Behandlung ein Ende haben müssten. „Ich glaube, dass ich auch deswegen Priester bin, um für diese Rechte einzustehen“, sagte er der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Nun will er ein Buch über die 12 Jahre, die er als schwuler Priester im Vatikan verbrachte, schreiben.