Israeli in Berlin brutal getötet: Homophobie als Motiv?

Am Ostersonntag, dem 5. April 2015, wurde die Leiche eines jungen schwulen Israeli in Berlin gefunden. Bald war klar: Er starb eines gewaltsamem Todes. Am Dienstag begann der Prozess gegen seinen mutmaßlichen Mörder. Über das Motiv herrscht Unklarheit – der 22-Jährige könnte aus Schwulenhass umgebracht worden sein, vermuten regionale Medien.

Wegen des Todes von Yosi D. steht nun der 28-jährige Fation D. vor Gericht, ein gebürtiger Albaner, der nun in den Vereinigten Staaten lebt. Kennengelernt haben sich die beiden Männer in einem Hostel in der Karl-Liebknecht-Straße, unweit der Klosterruine. Zufällig wohnten sie im gleichen Achtbettzimmer und freundeten sich an.

Am Samstag gegen 18 Uhr verließen die beiden Männer das Hostel, um auf der nahegelegenen Ruine der Franziskaner-Klosterkirche zu rauchen und Jägermeister zu trinken. Dort muss es irgendwann zum Streit gekommen sein.

Das Blut spritze meterweit an die Mauern

Am nächsten Tag finden Passanten den Israeli tot in der Klosterruine – mit einem Schädelbruch und einem zertretenen Gesicht. Es war eine Tat, in der wohl viel persönliche Wut steckte: Das Blut spritze meterweit an die Mauern, Yosi D. lag in einer riesigen Lache seines eigenen Blutes. Die Polizei konnte den jungen Mann nur deshalb identifizieren, weil er seinen Reisepass dabei hatte.

Den Grund für den Streit – und damit wohl auch das Motiv für die Bluttat – ist noch nicht bekannt. Ist der junge Israeli seinem neuen Kumpel zu nahegekommen? Oder hatte der Koch aus Detroit ein prinzipielles Problem mit der sexuellen Orientierung des 22-Jährigen, und ist dann unter Alkoholeinfluss ausgerastet?

Nächste Woche wird die Frage nach dem Motiv geklärt

Dazu wird Fation D. nächsten Dienstag, am zweiten Tag des Prozesses, aussagen. Am ersten Tag bestätigte der junge Mann mit dem Zopf und des ausrasierten Schläfen zunächst nur höflich die Angaben zu seinen Personalien. Einem Cousin gegenüber soll sich der Verdächtige aber über die Homosexualität des Israeli aufgeregt haben.

Ihm gegenüber soll Faiton D. die Bluttat auch gestanden haben, berichtet die „Bild“-Zeitung. Geschnappt wurde der US-Albaner auf der Flucht, sechs Tage später in Tschechien. Sollte er die grausame Bluttat gestehen, stellt ihm das Gericht eine Haftstrafe zwischen sieben und zehn Jahren wegen Totschlags in Aussicht.