Regenbogenfamilie: Rechtslage in Europa unsicher

Auch, wenn es in vielen europäischen Ländern Rechte für Regenbogenfamilien gibt – in Summe ist die Situation noch chaotischer als bei homosexuellen Eingetragenen Paaren. Darauf weist Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Grüne Sprecherin für LGBTI-Angelegenheiten, hin. Denn grenzüberschreitende Anerkennungen sind nicht selbstverständlich.

Für den gemeinsamen Familienurlaub kann diese Situation oft ein unüberwindbares Hindernis werden: „Das führt dazu, dass zwei lesbische Frauen in Belgien ein Kind adoptieren können, rechtlich gesehen aber beispielsweise in Italien nicht mehr die Eltern des Kindes sind“, erläutert Dziedzic: „Hier geht es um Kinder- und Elternrechte und darum, dass eine ganze Bevölkerungsgruppe davon ausgeschlossen wird, ihre Rechte als Unionsbürger wahrzunehmen.“

Den Betroffenen dabei behilflich sein will die Plattform NELFA, dem Netzwerk Europäischer LGBTI.Familien. Sie vertritt eigenen Angaben zufolge 25.500 Mitglieder in 26 europäischen Staaten und ermöglicht einen Dialog zwischen nationalen und europäischen Organisationen sowie dem Europäischen Parlament, der Europäischen Grundrechteagentur und der Europäischen Kommission.

Um das Thema umfassend zu beleuchten, lädt die offen lesbische Grüne Europaparlamentarierin Ulrike Lunacek am Freitag, dem 29. Jänner, um 18.00 Uhr zu einer Podiumsdiskussion. Unter dem Titel „Rainbow families in Europe

with(out) Borders“ wird im Haus der Europäischen Union über Regenbogenfamilien diskutiert. Eingeladen sind unter anderem die Vertreterin einer Regenbogenfamilien-Organisation aus Polen sowie ein Kollege aus Kroatien.