Keine Homo-Witze mehr beim Faschingsumzug?

Von Villach bis nach Wien, von Bregenz bis St. Pölten – in Österreich wird es im Fasching keine schwulen- und lesbenfeindliche Witze mehr geben. Das wird zumindest vom Bund Österreichischer Faschingsgilden (BÖF) in ihrer neuen Ethik-Charta empfohlen.

Dort heißt es: „Humorvolle Kritik der Vorkommnisse und Narreteien des Alltags, die auf das Konto mehr oder weniger prominenter Zeitgenossen gehen, sind integraler Bestandteil von Fasching und Karneval“. Das gelte aber nicht für „verletzende Attacken auf Wehrlose, Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten, beißender Spott und Häme, Ironie und Sarkasmus“ Diese seien, auch wenn sie zu „Lachstürmen im Publikum“ führten, Fehl am Platz.

„Für uns geht es darum, dass die Würde des Menschen unantastbar bleibt. Das ist bei Attacken auf Wehrlose und Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten aber nicht der Fall“, erklärt Adi Mittendorfer, Präsident des BÖF, gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten.

Orientiert hat sich der BÖF bei seiner Formulierung an der Ethik-Charta des Bundes deutscher Karneval e.V. (BDF), der eine solche Charta bereits 2008 verabschiedet hat. Diese Ethik-Charta ist eine Selbstverpflichtung der Gilden. Wer in seinem Programm oder auf einem Wagen dagegen verstößt, erhält lediglich einen Ordnungsruf.