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Volksverhetzung: Strafanzeige gegen Hedwig von Beverfoerde

Online-Portal queer.de reagiert auf den aktuellen Newsletter der "Demo für Alle"

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Das größte deutsche Onlineportal für Lesben und Schwule hat eigenen Angaben zufolge Strafanzeige gegen das ehemalige CDU-Mitglied Hedwig von Beverfoerde gestellt. Grund dafür ist der aktuelle Newsletter der „Demo für alle“, dessen Koordinatorin die Freifau ist.

Newsletter: „LSBTTIQ-Sex-Lobby mischt sich in Erziehung ein“

In der am 16. Dezember verschickten E-Mail heißt es unter anderem: „Immer dreister mischt sich die LSBTTIQ-Sex-Lobby in Bildung und Erziehung der Kinder in Schule und Kindergarten ein.“ Für Micha Schulze, Geschäftsführer von queer.de, hat Hedwig von Beverfoerde „jedoch die aus gutem Grund weiten Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten“, wie es in der Strafanzeige an die Polizei von Sachsen-Anhalt heißt.

In dem Newsletter der „Demo für alle“ würden sexuelle Minderheiten „als Befürworter oder gar Akteure sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen“ verleumdet werden, heißt es in der Anzeige weiter. Denn bei den Bildungsplänen, die von den Demo-Organisatoren kritisiert werden, ginge es nicht um sexuelle Handlungen im Klassenzimmer, „sondern allein um Aufklärung, um die Sichtbarkeit von Vielfalt und um eine Hilfestellung für Jugendliche, ihre geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung zu finden und anzunehmen.“. Deshalb stellt der queer.de-Geschäftsführer die Anzeige wegen Volksverhetzung.

Für queer.de ist der Newsletter eine Verletzung der Menschenwürde

Auch verletze die Bezeichnung „LSBTTIQ-Sex-Lobby“ die Menschenwürde einer Minderheit, die noch immer diskriminiert und ausgegrenzt werde. „Diese Äußerung stört aus meiner Sicht den öffentlichen Frieden und verstößt damit gegen den Paragraf 130 des Strafgesetzbuchs“, erklärt Schulze in seiner Anzeige weiter. Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat diese unter dem Aktenzeichen ERLKA1-20161218111645 registriert.

Hedwig Freifrau von Beverfoerde ist Koordinatorin der minderfeindlichen „Demo für alle“, die sich nach französischem Vorbild gegen eine Öffnung der Ehe und zeitgemäße Aufklärung in Schulen und Kindergärten wendet. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die 53-Jährige aus der CDU ausgetreten ist.

„Gender-Indoktrination“ und Vergewaltigungen: „Treue Katholikin“ aus der CDU ausgetreten

Die „treue Katholikin“ habe wegen der „Gender- und Sexuelle-Vielfalts-Indoktrination unter CDU-Führung“ keine Heimat mehr in der christdemokratischen Partei, begründete sie diese Entscheidung. Ausschlaggebend für den Austritt war allerdings die Flüchtlingspolitik: „Junge Mädchen, Frauen aller Alterstufen und Kinder sind plötzlich einem nie dagewesenen Risiko sexueller Belästigung und Vergewaltigung durch Einzelne und Männergruppen ausgesetzt“, hetzt die Publizistin gegen eine andere Minderheit.

Von Beverfoerde wurde dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge mit großer Mehrheit von der LGBT-Initative „Enough is Enough“ zur „Miss Homophobia“ gewählt. Das Ergebnis zeige „wie groß die Sorge innerhalb der LGTBI*-Community über die Ressentiments sind, die durch das Umfeld der ‚Demo für alle‘ kultiviert werden“, so Alfonso Pantisano, Sprecher von „Enough is Enough“ zu der Wahl.

Sie selbst kann die Kritik an ihrer Person nicht verstehen. Gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“ betonte Hedwig Freifrau von Beverfoerde bereits im Vorjahr, noch nie etwas gesagt zu haben, das Angst oder Hass gegen Homosexuelle schüre, und dies könne ihr auch nicht nachgewiesen werden.

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