Malta könnte noch dieses Jahr die Ehe öffnen

Zuständige Ministerin arbeitet an einer entsprechenden Novelle, sagte sie bei einer Veranstaltung

Flagge von Malta
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Die Mittelmeerinsel Malta könnte noch in diesem Jahr die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen. Das kündigte die zuständige Ministerin für Freiheitsrechte, Helena Dalli, am Dienstag an. Sie arbeite bereits an einem entsprechenden Gesetzesentwurf, sagte sie auf einer Veranstaltung der maltesischen LGBT-Organisation „Drachma“.

„Sie werden es nicht glauben, aber gestern habe ich eine Gesetzesnovelle zur Ehe für alle formuliert“, sagte Dalli, als sie bei einer Diskussion auf die fehlende Gleichstellung angesprochen wurde. Daraufhin erntete sie großen Applaus. In Malta gibt es für schwule und lesbische Paare bereits die Möglichkeit einer Eingetragenen Partnerschaft. Diese ist rechtlich mit der Zivilehe gleichgestellt, auch in der Adoption. „Es gibt dieselben Rechte, nur einen anderen Namen, das wollen wir ändern“, so die Sozialdemokratin.

Sozialdemokraten haben LGBT-Rechte im Eiltempo gestärkt

Die Lage für sexuelle Minderheiten hat sich in Malta enorm verbessert, seit die Sozialdemokratische „Partit Laurista“ bei den Wahlen im Jahr 2013 die absolute Mehrheit erringen konnte. Im Jahr 2014 wurden Eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare eingeführt. Auch hat die Mittelmeerinsel seit 2015 eines der fortschrittlichsten Gesetze zu Trans- und Intersexualität. Im Dezember 2016 beschloss Malta als erstes Land Europas ein Totalverbot von pseudowissenschaftlichen „Therapien“ zur „Heilung“ von Homosexuellen. Der LGBT-Dachverband ILGA-Europe hat Malta deshalb als LGBTI-freundlichstes Land des Kontinents ausgezeichnet.

Öffnet Malta die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, wäre es der 13. Staat in Europa und das 23. Land der Welt, der diesen Schritt geht.