Asylbewerber verprügelt, weil er für schwul gehalten wurde

Die Täter waren vermutlich, wie das Opfer, aus Syrien

Gabriel Chabo
privat

In Schweden ist ein syrischer Asylwerber von mehreren Menschen verprügelt und schwer verletzt worden – weil sie geglaubt haben, dass er schwul ist.

„Wenn du hier bleiben willst, musst du uns Geld zahlen, weil du schwul bist“

Der Angriff ereignete sich letzten  Freitag in der schwedischen Stadt Södertälje. Gabriel Chabo war mit seinem Schwager im Stadtzentrum der 75.000-Einwohner-Stadt südwestlich von Stockholm unterwegs, als sich ihm eine Gruppe von Männern, vermutlich ebenfalls Syrer, näherte.

Wie der 31-Jährige der schwedischen Tageszeitung „Expressen“ sagte, beschimpften ihn die Männer zunächst als „Schwuchtel“. „Wenn du in Södertälje bleiben willst, musst du uns Geld zahlen, weil du schwul bist“, sollen sie gedroht haben.

Dass ihr Opfer heterosexuell ist, interessierte die Angreifer nicht

Der Mann versicherte der Gruppe, heterosexuell zu sein – doch das wollten sie nicht hören, und der Streit eskalierte. Sie begannen, ihn zu treten und prügelten auf offener Straße mit einem Metallgegenstand auf ihn ein. Dann schlugen seinen Kopf mehrere Male gegen eine Autotür.

Chabo ist froh, dass er die Attacke überlebt hat: „Ich habe nur gedacht, ich will nicht sterben. Ich habe mein Leben an mir vorbeiziehen sehen“, sagt er. Der Angriff blieb nicht ohne Folgen: „Meine Nase ist komplett zertrümmert. Ich kann mich nicht im Spiegel sehen. Ich fühle mich überhaupt nicht gut.“

Wurde der 31-Jährige bestraft, weil er LGBT-Rechte unterstützt?

Es ist nicht der erste Angriff auf den 31-Jährigen: Der Schönheitssalon, den er aufgebaut hatte, wurde bereits vor einigen Monaten von Vandalen zerstört. Wahrscheinlich, weil er sich für LGBT-Rechte einsetzt, auch wenn er selbst nicht schwul ist, vermutet der Syrer.

Nun hat der Mann Probleme, wieder in sein Leben zu finden. „Ich habe Angst. Ich kann nicht trainieren gehen, ich kann nicht spazieren gehen, ich gehe nicht zur Arbeit“, beschreibt er dem „Expressen“ seinen Zustand. „Ich kann nicht wie früher leben. Ich möchte mein Leben zurück“, ist er verzweifelt.

Peter Lindberg, Leiter der Polizei von Södertälje, sagte der Zeitung, es gebe noch keine Spur zu den Tätern. Chabo arbeite eng mit den Behörden zusammen, um die Tat aufzuklären. Weil einige Beschimpfungen auf Schwedisch, Arabisch und Syrisch waren, glaubt die Polizei, dass es sich bei den Tätern ebenfalls um Syrer gehandelt haben könnte.