Ehemaliger Chef von rentboy.com muss für sechs Monate ins Gefängnis

Wegen Förderung der Prostitution kommt Jeffrey Hurant für sechs Monate hinter Gitter

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Jeffrey Hurant, der ehemalige Chef der Escort-Webseite rentboy.com, muss wegen Förderung von Prostitution für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Hurant wurde im August 2015 verhaftet, als das Heimatschutzministerium die Firmenräumlichkeiten in New York stürmte.

Vorwurf der Behörden: Förderung der Prostitution und Geldwäsche

Letztes Jahr erhob die Staatsanwaltschaft schließlich Anklage wegen Förderung der Prostitution und Geldwäsche. Die US-Behörden stuften die Webseite als Front für einen Prostitutionsring ein. „Millionen Dollar vom Handel und der Ausbeutung verletzlicher Opfer zu generieren ist abscheulich, verwerflich und illegal“, erklärte die damalige kalifornische Generalstaatsanwältin und jetzige Senatorin Kamala Harris zu der Causa.

Zusätzlich zur Haftstrafe muss der 52-Jährige eine Geldstrafe in Höhe von 7.500 US-Dollar, umgerechnet 6.300 Euro, zahlen und sich einer Psychotherapie unterziehen. Bereits vorher hat Hurant einem Deal zugestimmt, dem zufolge er bis zu zehn Millionen Dollar Strafe bezahlen sollte. Damit ließ die Staatsanwaltschaft eine Anklage wegen Geldwäsche fallen, was die Höchststrafe reduzierte. Er bekannte sich auch schuldig, um einer Haftstrafe zu entgehen.

Richterin gestand rentboy.com zu, die Arbeit für Escorts sicherer gemacht zu haben

Hurant gab zwar zu, mit rentboy.com gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Er betonte aber, dass seine Webseite Sexarbeitern ermöglicht hatte, sicherer zu arbeiten als unter anderen Bedingungen. Doch ganz bewahrte ihn das, trotz Verständnis der Richterin, nicht vom Gefängnis. „Das ganze Ding ist illegal – keine Frage, dass es viel Gutes getan hat“, erklärte die Brooklyner Bezirksrichterin Margo K. Brodle.

Die Seite wurde bereits 1986 gegründet und war die weltweit größte Seite für männliche Escorts – rentboy.com hatte Angebote von mehr als 10.000 Escorts in 2.100 Städten auf der ganzen Welt, der Schwerpunkt lag allerdings in den USA. „Fast zwei Jahrzehnte krimineller Handlungen. Das kann nicht ohne Strafe passieren“, so die Richterin. Allerdings haben die Behörden bis 2015 das Geschäftsmodell der Seite nie bemängelt.

Sechs Angestellte von rentboy.com, die ebenfalls bei der Razzia verhaftet wurden, gehen straffrei aus: Ihre Anklagen wurden Anfang dieses Jahres fallengelassen. Die Seite arbeitete hochprofitabel: Alleine im US-Bundesstaat Kalifornien sollen die Gewinne pro Monat 2,5 Millionen Dollar betragen haben.