13 Tote bei Terroranschlag in Barcelona

Schwerer Zwischenfall auf der beliebten Ramblas - Terroranschlag bestätigt

La Rambla - Symbolbild
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Ein Terroranschlag erschüttert Barcelona: Auf der Ramblas, einer der beliebtesten Straßen der Stadt, ist ein weißer Transporter in eine Menschenmenge gerast. Die Mossos d’Esquadra, die katalanische Polizei, bestätigt 13 Toten und dutzende Verletzte.

Der Vorfall ereignete sich am Beginn der bei den Touristen beliebten Ramblas, einer rund 1,3 Kilometer langen Fußgängerzone. Sie führt vom zentralen Plaça Catalunya bis zum Hafen der spanischen Metropole.

Wie die Tageszeitung „El País“ berichtet, ist der Transporter 530 Meter weit in die Menschenmenge gerast. Zeugen zufolge ist er dabei mit hoher Geschwindigkeit im Zickzack gefahren, um größtmöglichen Schaden anzurichten.

Ein weißer Kleintransporter raste in die Menschenmenge, Unklarheit über den Täter

Die Polizei stuft den Vorfall als Terroranschlag ein. Wie die Tageszeitung „El Periodico“ berichtet, hat der US-amerikanische Geheimdienst CIA die Mossos vor zwei Monaten gewarnt, dass sich ein Anschlag wie der heutige ereignen könnte.

Über das Schicksal des mutmaßlichen Täters gibt es widersprüchliche Informationen. Wie der spanische Rundfunk RTVE berichtet, ist der Fahrer nach dem Vorfall zu Fuß geflüchtet. Spanischen Medien berichteten zunächst, dass sich der Mann in einem Lokal in der Nähe der Ramblas verschanzt hat.  Das wurde mittlerweile von der Polizei dementiert.

Ersten Informationen zufolge soll er etwa 1,75 Meter groß sein und ein blau-weiß gestreiftes Hemd tragen. Im Transporter, einem Mietwagen, fanden die Behörden einen spanischen Reisepass. Die Polizei sucht nun auch nach einem weiteren Auto, das in den Anschlag involviert gewesen sein soll. Vermutlich wollten die Täter damit fliehen.

Bevölkerung und Touristen sollen Gebiet um den Plaça Catalunya meiden

Die Rettungsdienste riefen die Menschen dazu auf, das Gebiet um die Ramblas und den Plaça Catalunya zu meiden. Dazu zählt auch die Boqueria, der bekannte Markt. Dort haben ein Dutzend Notarzt-Einheiten Position bezogen. Außerdem hat die Regierung die in der Gegend liegenden Schnell- und U-Bahn-Stationen geschlossen. Auf Bitten der Polizei haben Lokale und Geschäfte in der Gegend geschlossen.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat seinen Urlaub unterbrochen, um nach Barcelona zurückzukehren. Dort tritt die Regierung der Region zu einer Krisensitzung zusammen. Auch Bürgermeisterin Ada Colau wird am Ort des Geschehens erwartet.

Barcelona gilt als eines der LGBT-Zentren Spaniens. Zur Zeit sind besonders viele schwule Besucher in der katalanischen Hauptstadt: Noch bis zum Sonntag findet das beliebte Circuit Festival statt.