Uganda: Polizei stürmt LGBT-Filmfestival

Die Veranstalter wurden vorgewarnt - aus Angst vor einer Festnahme flüchteten viele Besucher

Flagge von Uganda

Die Polizei in Uganda hat das einzige LGBT-Filmfestival des Landes am Wochenende gewaltsam aufgelöst. Das berichten lokale Medien.

Drei Polizisten stürmten die Veranstaltung – einer hatte ein Maschinengewehr

Am Samstagnachmittag, dem zweiten Tag des Queer Kampala International Film Festival, haben drei Polizeibeamte die Veranstaltung in der Hauptstadt Kampala gestürmt. Einer von ihnen soll ein Maschinengewehr getragen haben. Die Besucher flüchteten, weil sie Angst hatten, verhaftet zu werden.

Allerdings wurden die Organisatoren von Nicholas Opiyo, dem Vorsitzenden der unabhängigen Menschenrechtsorganisation „Chapter Four Uganda“ vorgewarnt. Er bekam einen Tip. Daraufhin verließen Teilnehmer und Helfer den Veranstaltungsort. Dort wartete bereits ein Polizist, der mit dem Handy Fotos der Flüchtenden machte.

Die Veranstalter wollen sich trotzdem nicht einschüchtern lassen

„Wir waren sehr schockiert“, erklärte Festival-Direktor Kamoga Hassan gegenüber der Thompson Reuters Foundation: „Es heißt, in Uganda gibt es keine Lesben und Schwulen, das ist ein Import des Westens. Darum brauchen wir diese Art von Festival.“

Einschüchtern lassen sich die Aktivisten von der Polizeirazzia allerdings nicht. „Weil wenn wir es nicht tun, heißt das, dass die homophoben Menschen gewinnen“, erklärt Hassan: „Wir geben nicht nach, weil wir keine Gesetze verletzen und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen“, gibt er sich kämpferisch.

Die Polizei geht gegen sexuelle Minderheiten vor, die Gesellschaft ächtet sie

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Uganda LGBT-Veranstaltungen sprengt. So wurden letztes Jahre bei einer Razzia in einem Nachtclub mindestens 15 Personen festgenommen. Es sei seit zwei Jahren unmöglich, in Uganda eine größere LGBT-Veranstaltung durchzuführen, erklärt Opiyo.

Homosexualität ist in Uganda illegal. Das entsprechende Gesetz, das noch aus der Kolonialzeit kommt, bestraft gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu 14 Jahren Haft. Einzelne Abgeordnete forderten in der Vergangenheit sogar die Todesstrafe. Auch müssen sexuelle Minderheiten in Uganda mit Gewalt und Repressionen und Hetzkampagnen durch einzelne Medien leben.

So sind nach Informationen der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ auch erzwungene Anal-Untersuchungen üblich, um Homosexualität zu „beweisen“. Diese sind allerdings Ärzten zufolge nutzlos und gelten international als Folter.