Ja-Wort im Wasserschloss: Jens Spahn hat geheiratet

Erst die Ehe, später Kinder: Der CDU-Politiker lebt den konservativen Traum

Jens Spahn und Daniel Funke
Jens Spahn/Twitter

Der deutsche Politiker Jens Spahn hat zwei Tage vor Weihnachten seinen Partner, den Journalisten Daniel Funke, im engsten Familienkreis geheiratet. Das berichtet die Bild am Sonntag. Der CDU-Politiker Spahn, der derzeit Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, und sein Partner Daniel Funke, Leiter des Berliner Hauptstadtbüros der Illustrierten Bunte, sind seit April 2013 ein Paar.

Jens Spahn und sein Partner Daniel Funke sind seit 2013 ein Paar

Nach Informationen der Zeitung nahmen an der Trauung, die im barocken Wasserschloss Borbek in Essen stattfand, nur Eltern, Geschwister und Trauzeugen des Brautpaares teil. Das Paar wurde von Thomas Kufen, CDU-Bürgermeister von Essen, verheiratet. Spahn und Kufen verbindet eine private Freundschaft.

Eine offizielle Stellungnahme der beiden zu ihrer Hochzeit gibt es noch nicht. Der Bild am Sonntag zufolge hatte er Freunde, die nicht zur Zeremonie eingeladen waren, per Smartphone-Nachricht mit der Hochzeitstorte über die Vermählung informiert.

War für die Öffnung der Ehe – als „Grundwert der Union“

Der 37-jährige Jens Spahn ist der wohl mächtigste offen schwule Politiker Deutschlands. Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er gilt Beobachtern auch als möglicher Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Innerhalb der CDU zählt er zum konservativen Flügel.

In der Vergangenheit hat sich Spahn auch wiederholt für die Öffnung der Ehe eingesetzt. „Dass zwei Menschen in der Ehe verbindlich füreinander einstehen, ist ein Grundwert der Union. Solche Werte bieten Orientierung. Und die müssen wir wieder offensiver vertreten“, erklärte Spahn im März in einem Interview mit der Bild am Sonntag. Dort hatte er auch gemeint, dass er mit seinem Partner gerne Kinder aufziehen würde.

Doch Spahn ist wegen seiner konservativen Ansichten in der Community nicht unumstritten: Für Gegner der Gleichstellung forderte er im Juni 2015 Respekt ein: Er empfahl in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger, „beiden Seiten, mal abzurüsten“: Wer Toleranz und Respekt für sich einfordere, müsse sie auch anderen und deren Positionen entgegenbringen, so Spahn.

Tarnt Spahn sein Problem mit Migranten mit Angst vor Homophobie unter Muslimen?

Anfang des Jahres hatte Spahn in einem Interview berichtet, sass sein Partner und er wiederholt von Menschen mit Migrationshintergrund „unflätig beschimpft“ worden seien. Das verband er mit Kritik am Lesben- und Schwulenverband (LSVD): Homophobie unter Migranten würde nicht ausreichend thematisiert – aus Angst, „man könnte sich irgendwie verheddern in seinem Multikulti-Wohlfühldasein“.

Das wies der LSVD zurück. Er war Spahn seinerseits eine „Instrumentalisierung der Themen Homo- und Transphobie“ vor:. Wer in der Community Ängste vor Flüchtlingen oder Muslimen schüre, gleichzeitig aber Lösungen und die volle rechtliche Gleichstellung blockiere, handele scheinheilig, so der Verband.