Mit Nazi-Maler gegen Homo-Ehe: Kritik an Burschenschaft hält an

Vertreter der Burschenschaft wurden zum Rektor der Montanuniversität zitiert

Flyer der Burschenschaft Leder
VSStÖ/Facebook

Empörte Reaktionen gibt es zum Flyer der schlagende Burschenschaft „Leder“, die Anfang Jänner auf der Montanuniversität Leoben mit dem Bild eines Nazi-Malers gegen die Öffnung der Ehe hetzte.

Schwule und lesbische Ehepaare sind ein „perverser Etikettenschwindel“

„Das ist eine Familie“, stand über einem Familienbild des NS-Malers Wolfgang Willrich. Daneben ein Bild von zwei schwulen Männern und der Text „Das sicher nicht“. „Eine Verbindung, bei der es keine Möglichkeit auf neues Leben geben kann als Ehe zu bezeichnen ist ein perverser Etikettenschwindel.“, erklärte die Burschenschaft ihre Position.

Nach einer Schrecksekunde distanzierte sich die Montanuniversität Leoben „offiziell von der Verwendung derartigen Bildmaterials und lässt derzeit prüfen, ob damit geltendes österreichisches Recht verletzt wurde“, so deren Sprecher Erhard Skupa. Vertreter der Burschenschaft wurden gestern vor den Rektor zitiert.

Für Grüne Bundesrätin ist es erschreckend, dass Burschenschaft ihre Einstellung ohne jede Skrupel zeigt

Denn der Flyer erregte auch jenseits der Montanuniversität Aufsehen. Für die Grüne Bundesrätin und LGBT-Sprecherin Ewa Dziedzic ist der Flyer eine „neuerliche Ungeheuerlichkeit aus Burschenschafter-Kreisen“. Die Burschenschaft habe „offen Propaganda gegen Homosexuelle betrieben“, so die Bundesrätin. Zwar sei die ablehnende Gesinnung von Burschenschaften gegenüber Minderheiten weithin bekannt. Neu und erschreckend sei für Dziedzic aber, dass diese Einstellung nun offen und ohne jede Skrupel gezeigt werde.

Der offen schwule Nationalratsabgeordnete Mario Lindner, in der SPÖ auch für Gleichbehandlung zuständig, kommentierte: „Der braune Sumpf wird immer tiefer.“ Seinen Informationen zufolge ist auch der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten Lukas Feichtenschlager Mitglied dieser Burschenschaft. „Was sagen der FPÖ-Vizekanzler sowie der FPÖ-Innenminister zu einem weiteren Parteikollegen, der offenbar kein Problem mit Antisemitismus und Rassismus hat und damit die Opfer des Holocaust verhöhnt?“, so Lindner. Eine Stellungnahme des RFS und der FPÖ steht noch aus.