Irischer Erzbischof für modernen und homo-freundlichen Aufklärungsunterricht

Auch LGBT-Jugendlichen soll vermittelt werden, dass "sie von Gott geliebt werden"

Eamon Martin
römisch-katholische Kirche von Irland

Wenn es im deutschsprachigen Raum um Sexualkundeunterricht geht, nehmen katholische Funktionäre und Würdenträger meist eine konservative Position ein oder unterstützen sogar Initiativen, die eine altersgerechte Aufklärung unterbinden wollen. Dass es auch anders geht, zeigt nun der römisch- katholische Primas von ganz Irland, Eamon Martin.

So will Martin den Sexualkundeunterricht an katholischen Schulen überarbeiten, wie er am Donnerstag anlässlich einer Konferenz zur katholischen Schulpolitik in Galway sagte. Ein neuer Ansatz sei „unerlässlich“, wenn man jungen Menschen helfen wolle, mit den Risiken und Herausforderungen von Sexualität in der realen und der virtuellen Welt umzugehen, so der Erzbischof von Armagh.

Die Kirche muss auf aktuelle Entwicklungen eingehen, fordert der irische Primas

Für Eamon Martin würden Online-Mobbing, öffentliche Diskussionen um LGBT und Geschlechtsidentität oder die „#MeToo“-Debatte Entwicklungen verdeutlichen, auf die man auch als Kirche eingehen müsse. So soll in Absprache mit den Eltern ein Unterricht entwickelt werden, der altersgerechte Informationen und Diskussionen über Verhütung, sexuell übertragbare Infektionen, gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Bedeutung von beidseitiger Einwilligung zum Sex ins Zentrum stelle.

Und Martin betonte, dass es gerade bei Fragen zur sexuellen Identität und zu gleichgeschlechtlicher Anziehung sei es wichtig, Jugendlichen mit mehr „Mitgefühl zu begegnen“ und ihnen zu vermitteln, dass „sie von Gott geliebt werden“. Der Unterricht müsse deutlich machen, dass es an katholischen Schulen „keinen Platz für Mobbing, Belästigung, Rassismus, Homophobie oder irgendeine Form von Schikane“ gebe, so der Erzbischof.