Versuchte Vergewaltigung in Vorarlberg: 22-Jähriger freigesprochen

Das mutmaßliche Opfer verstrickte sich in Widersprüche

Justitia
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Am Landesgericht Feldkirch ist gestern einen 22-Jähriger wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Belästigung freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft warf dem unbescholtenen Afghanen vor, dass er einen Landsmann vergewaltigen wollte.

Versuchte Vergewaltigung und sexuelle Belästigung im Flüchtlingsheim?

Der Vorfall soll sich im letzten Jahr in einem Flüchtlingsheim im Bezirk Bludenz abgespielt haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe der 22-Jährige dem anderen Mann gesagt, der angebotene Tee sei nicht gratis gewesen und er solle nun mit ihm schlafen. Das mutmaßliche Opfer soll sich mit einem Sprung über den Balkon gerettet haben.

Außerdem soll der Angeklagte, der in Österreich unter subsidiärem Schutz steht, seinem Landsmann danach bei acht verschiedenen Vorfällen mit der Hand an den Po gefasst und ihn so sexuell belästigt haben.

Das mutmaßliche Opfer widersprach sich auffallend oft

Doch der Richter glaubte dem mutmaßlichen Opfer nicht: So hat der Mann seine Vorwürfe erst im November 2017 erhoben, als er verdächtigt wurde, den Angeklagten bei einer Schlägerei verletzt zu haben.

Außerdem habe der Mann unterschiedliche Angaben gemacht, wann die versuchte Vergewaltigung stattgefunden haben soll, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Zuerst habe er gesagt, der Vorfall liege bereits sechs Monate zurück, dann gab er zu Protokoll, dass er erst zwei Wochen zuvor geschehen sei.

Für den Richter reichen diese Widersprüche, um den 22-Jährigen im Zweifel freizusprechen. Der Freispruch ist noch nicht rechtskräftig.