Augen herausgekratzt: Erneut LGBT-Denkmal beschädigt

Die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer in Berlin wurden beschädigt

Beschädigte Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer
LSVD Berlin-Brandenburg

In Berlin ist erneut ein Denkmal für sexuelle Minderheiten geschändet worden: Wie der Lesben- und Schwulenverband Berin-Berlin-Brandenburg (LSVD) mitteilte, sind die beiden Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer beschädigt worden.

Deutliche Beschädigungen auf den beiden Tafeln

So wurden auf den Bildern von Anita Augspurg (1857-1943), einer radikalen lesbischen Feministin, und Karl Heinrich Ulrichs (1868-1935), dem Mitbegründer der ersten Schwulenbewegung der Welt, die Augen ausgekratzt. Auch gebe es außerhalb des Bildbereichs weitere Beschädigungen auf der Oberfläche der Tafeln, so der LSVD. Das Denkmal gegenüber dem Bundeskanzleramt soll an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern.

Der LSVD Berlin-Brandenburg hat bei der Polizei Anzeige wegen den Beschädigungen erstattet. Die Kulturverwaltung als Inhaberin der Tafeln wurde um Schadensbeseitigung gebeten.

Erst vor zwei Wochen wurde das Mahnmal für verfolgte Homosexuelle beschädigt

Es ist nicht die einzige Beschädigung an einem Berliner LGBT-Mahnmal in den letzten Tagen: Erst vor zwei Wochen wurde die Berliner Gedenkstätte für von den Nazis verfolgte Homosexuelle beschädigt. Unbekannte hatten in die Steinplatte vor dem Sichtfenster des Mahnmals des Schriftzug (HIV) eingebrannt.

Auch die im Jahr 2011 errichteten Gedenktafeln wurden bereits beschädigt. Bereits im Sommer 2017 hatten Unbekannte den beiden Bildern die Augen ausgekratzt, im Mai 2015 waren die Tafeln mit Schriftzeichen und Symbolen beschmiert worden. Außerdem wurden die Tafeln bereits zwei Mal verbogen.

Die Chance, dieses Mal die unbekannten Täter auszuforschen, ist übrigens gering. Noch nie konnte jemand, der in Berlin eine der LGBT-Gedenkstätten beschädigt hatte, festgenommen und zur Verantwortung gezogen werden.