[Video] Homophobe Sprechchöre bei Bundesliga-Aktion gegen Homophobie

Eine lobenswerte und wichtige Aktion im Profi-Fußball wird durch einige Fans deutlich beschädigt

FARE-Aktion gegen Homophobie
SK Rapid Wien

Die österreichische Bundesliga setzte am Wochenende ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Homophobie: So haben die Kapitäne in der Bundesliga und in der Zweiten Liga Regenbogenschleifen getragen. Wie wichtig dieses Thema ist, haben Austria-Fans durch homophone Sprechchöre gleich bewiesen.

Erstmals steht die Bundesliga geschlossen hinter den Aktionstagen gegen Homophobie

Damit unterstützt der österreichische Profifußball erstmals die europaweiten Aktionswochen der Initiative FARE (Football Against Racism in Europe). So gibt es unter dem Motto „Gemeinsam gegen Homophobie“ verschiedene Aktionen. Vor den Spielen werden Statements von Spielern und Clubs verlesen. Neben den Regenbogen-Kapitänsschleifen haben viele Mannschaften auch Videos aufgenommen, in denen sie ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. Zusätzlich war der Regenbogen durch bunte Eckfahnen oder Einspielungen auf den Vidiwalls im Stadion präsent.

„Der Fußball nimmt eine wichtige Funktion im Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Homophobie ein. Wir stehen für Vielfalt, Inklusion und Toleranz – umso bedeutender ist es, dass die Bundesliga und ihre Clubs hier gemeinsam ein Zeichen setzen“, so Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.

Im Austria-Sektor wurde „Schwuler SK Sturm“ gerufen, während der Kapitän mit Regenbogenbinde spielte

Alex Grünwald
FK Austria Wien

Wie wichtig diese Aktion ist, bewiesen auch gleich einige Austria-Fans: Beim Sonntags-Schlager gegen Sturm Graz waren nach Angaben des Kurier von der Osttribüne der Generali-Arena während des Spieles homophobe Sprechchöre nicht zu überhören. Mehrmals wurde „Schwuler SK Sturm“ angestimmt – während Austria-Kapitän Alex Grünwald mit einer Regenbogen-Schleife spielte.

Außerdem wurden vor dem Match die Fanbetreuer der Austria in Gesprächen für die Thematik sensibilisiert. „Wir wollen die Kulisse gegen Sturm nutzen, um Sensibilisierung für ein wichtiges gesellschaftliches Thema zu generieren“, erklärte Austria-Vorstand Markus Kraetschmer im Vorfeld – offenbar mit überschaubarem Erfolg. „Da müssen ein paar Zuseher mal im 21. Jahrhundert ankommen“, ärgert sich deshalb beispielsweise der Journalist Michael Bonvalot auf Twitter.

Die Aktion gegen Homophobie im Fußball ist übrigens noch nicht vorbei: Auch nächstes Wochenende sind die Spielführer mit Regenbogenschleifen unterwegs, und in Stadien wird weiter zu dem Thema informiert. Vielleicht verstehen es dann auch alle Austria-Fans.