Wegen homophober Kommentare: Kevin Hart sagt Oscar-Moderation ab

"Wenn ich, als heterosexueller Mann, meinen Sohn davon abhalten kann, schwul zu sein, werde ich es tun."

Kevin Hart
WestConn/Flickr - CC BY-ND 2.0

US-Komiker Kevin Hart wird nicht wie vorgesehen die nächste Verleihung der Oscars im Februar moderieren. Das hat der 39-Jährige über Twitter bekanntgegeben. Grund dafür sind homophobe Äußerungen, die Hart in der Vergangenheit gemacht hat.

„Ich habe mich entschieden, die diesjährigen Oscars nicht zu moderieren. Ich mache das, weil ich keine Ablenkung sein will in einer Nacht, die von so vielen großartigen, talentierten Künstler gefeiert werden sollte. Ich entschuldige mich aufrichtig bei der LGBTQ-Community für die unsensiblen Worte, die ich in der Vergangenheit gesagt habe“, so Hart auf Twitter.

„Eine meiner größten Ängste ist, dass mein Sohn schwul ist“

Grund für den nicht ganz freiwilligen Rückzug waren Tweets und Witze, die der Komikerin den Jahren 2009 bis 2011 gemacht hat. In seinem Programm „Seriously Funny“ sagte Hart im Jahr 2010: „Eine meiner größten Ängste ist, dass mein Sohn aufwächst und schwul ist. Das ist eine Angst. Denkt daran, ich bin nichthomophob. Habt Spaß, tut was ihr tun wollt. Aber wenn ich, als heterosexueller Mann, meinen Sohn davon abhalten kann, schwul zu sein, werde ich es tun.“

In Tweets aus dieser Zeit, die Hart in den letzten Tagen zum Teil gelöscht hatte,schrieb er einem anderen Schauspieler, sein Profilbild sehe wie „ein schwules Plakat für Aids“ aus und bezeichnete mehrere User als „Schwuchteln“. Außerdemschrieb er, sollte sein Sohn mit dem Puppenhaus seiner beiden Töchter spielen,würde er dieses über seinem Kopf zerbrechen und ihm sagen: „Stopp, das ist schwul!“

Seit 2017 ist Kevin Hart sensibler

Mittlerweile hat Kevin Hart diese Art von Humor aus seinem Repertoire gestrichen. Bereits 2014 erklärte er, dass er in seinem Bühnenprogramm fortan keine Witze über Homosexuelle mehr machen wolle: „Das ist ein sensibles Thema und ich respektiere Menschen aller Orientierungen. Das Thema sollte ich daher bessernicht behandeln.“

Für die homophoben Bemerkungen der Vergangenheit wollte sich Hart aber auch in den letzten Tagen nicht entschuldigen. Er selbst hatte seine Äußerungen schon in der Vergangenheit mehrfach als sarkastische Übertreibungen verteidigt.

Er habe damit nicht versucht, seine Meinung auszudrücken, sondern sich über seine eigenen „Vorurteile und Unsicherheiten“ lustig zu machen, betonte Hart. „Dieselbe Energie, die investiert wurde, um diese Tweets zu finden, hätte auch investiert werden können, um die jahrelangen Antworten darauf zu finden“, erklärte der 39-Jährige.

Wer nun die Oscar-Verleihung moderieren wird, steht noch nicht fest.