Transfrau geschlagen: Verdächtiger stellt sich

Die Öffentlichkeitsfahndung zeigte Wirkung

Polizei
Symbolbild - Fotolia

Erfolgreich war die Fotofahndung nach jenem Mann, der verdächtigt wird, in Leipzig eine transsexuelle Studentin verprügelt und ihr dabei die Nase gebrochen zu haben. Durch den hohen Fahndungsdruck hat sich der Mann selbst bei der Staatsanwaltschaft gestellt, berichten lokale Medien.

Der mutmaßliche Täter soll eine 22-jährige Trans-Frau am späten Nachmittag des 25. Juni auf einer Mauer der Moritzbastei im Stadtzentrum von Leipzig zunächst aufgefordert haben, ihren Intimbereich zu entblößen. Nachdem sie sich weigerte, dies vor dem ihr fremden Mann zu tun, schlug der 35-Jährige ihr mit der Faust ins Gesicht. Dabei brach er der jungen Frau das Nasenbein. Der gesamte Angriff dauerte nicht einmal eine Minute. Danach ging der Mann seelenruhig in Richtung Augustplatz weiter, als ob nichts geschehen wäre.

Der Mann folgte der Trans-Frau in die Notaufnahme um zu sehen, wie schwer er sie verletzt hatte

Fußgänger, die durch den Schlag aufmerksam wurden, kamen zur Hilfe und versorgten die transsexuelle Studentin. Danach fuhr sie mit ihrer Freundin in die Notaufnahme der Universitätsklinik Leipzig. Besonders dreist: Während die Trans-Frau dort wartete, soll der Mann in den Wartebereich des Krankenhauses gekommen sein, um sich zu vergewissern, wie schwer die 22-Jährige verletzt sei. Dann soll er den Ort mit einem zufriedenen Lächeln verlassen hat, berichtet StudentInnenrat der Uni Leipzig.

Dabei wurde er von einem Mitarbeiter des Krankenhauses gesehen. Der Freundin der 22-Jährigen gelang es, vor der Uniklinik mit dem Handy ein Foto des mutmaßlichen Angreifers zu schießen. Diese Bilder hat die Leipziger Polizei am Dienstag veröffentlicht – mit Erfolg. Nur drei Tage später hat sich der Mann bei den Behörden gemeldet Ihm wird wegen des Schlags vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung, auch ein transphobes Motiv für die Tat ist nicht bestätigt.