Unfall mit Fahrerflucht: Berliner Abgeordneter Hakan Taş in der Kritik

Der offen schwule Politiker der Berliner Linken ist betrunken gegen eine Laterne gefahren

Hakan Taş
Hakan Taş/Facebook

Peinlicher Zwischenfall für Hakan Taş, den offen schwulen Abgeordneten der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus: Der 52-Jährige baute angetrunken in der Nacht zum Samstag einen Unfall mit seinem Auto und beging dann Fahrerflucht. Dabei soll Taş nach Informationen des Tagesspiegels knapp ein Promille Alkohol im Blut gehabt haben.

Betrunken fuhr Taş gegen eine Laterne – und dann einfach weiter

Der Unfall ereignete sich am Samstag gegen 0.30 Uhr in der Lennéstraße, zwischen Potsdamer Platz und Tiergarten. Taş fuhr bisherigen Erkenntnissen zufolge mit seinem Auto gegen eine Laterne und beging dann Fahrerflucht. Polizisten außer Dienst sahen den Unfall und nahmen die Verfolgung auf. Als er in der Karl-Heinrich-Ullrichs-Straße In der Nähe des Nollendorfplatzes seinen beschädigten Wagen einparken wollte, wurde Hakan Tas von alarmierten Polizisten gestoppt.

Als die Beamten den Politiker zur Blutentnahme mitnahmen, soll Taş in der Gefangenensammelstelle „unkooperativ“ und „gereizt“ reagiert und eine Blutentnahme abgeleht haben. Diese soll dann gegen seinen Willen erfolgt sein. Seinen Führerscheindurfte er vorerst behalten, die Staatsanwaltschaft lehnte eine Abnahme der Fahrerlaubnis ab, die Polizei ermahnte ihn, erst wieder ausgenüchtert zufahren.

„Emotional aufwühlende Reise“ in die  Türkei als Grund für die Alkofahrt

Wenige Stunden nach dem Vorfall veröffentlichte Hakan Taş eine Erklärung zu dem Vorfall. „Nach einer emotional aufwühlenden Reise in die Türkei habe ich gestern einen großen Fehler gemacht. Ich bereue zutiefst, gestern alkoholisiert Auto gefahren zu sein“, so der 52-Jährige. Auf Nachfrage erklärte Taş, dass er von Mittwoch bis Freitag als Prozessbeobachter in der Türkei gewesen sei. Bei einem schweren Zugunglück in Ankara sei am Donnerstagmorgen ein Freund von ihm verstorben.

„Die sich daraus ergebenden Konsequenzen werde ich tragen und den Ermittlungsbehörden die Möglichkeit zur vollständigen Aufklärung geben“, erklärte er weiters. Er werde der Aufhebung seiner Immunität zustimmen, seine Sprecherposten der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin und die Mitgliedschaft im Fraktionsvorstand lasse er ruhen, „um weiteren Schaden von meiner Fraktion abzuwenden“. Sein Abgeordnetenmandat will er behalten. Die Partei will den Vorfall nicht weiter kommentieren.

CDU kritisiert das „unkooperative“  Verhalten von Taş auf der Polizeiwache

Kritik am Verhalten von Hakan Taş kommt hingegen von der Berliner Opposition. Die Alkoholfahrt sei das eine, hinzukomme, dass sich Taş nach Polizeiangaben „unkooperativ“ auf der Wache gezeigt habe, so CDU-Abgeordneter Peter Trapp. Dass er sich gegen die Blutentnahme gewehrt habe, sei „nicht gut“. Das passe nicht zu der Stellungnahme, dass er mit den Behörden zusammenarbeiten wolle.

In Deutschland sind Fahrten mit über 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit, über 1,1 Promille eine Straftat, auch wenn nichts passiert ist. Nach einem Unfall kann es auch bei geringerem Promillewert eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe geben.