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Schwuler Mann im Iran öffentlich hingerichtet

Der 31-Jährige wurde in einer Provinzstadt gehängt

Symbolbild: Galgen
Symbolbild - AdobeStock

Im Iran soll ein schwuler Mann wegen seiner sexuellen Orientierung öffentlich hingerichtet worden sein. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation „Iran HRM“ unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur INSA.

Der Mann wurde schuldig gesprochen, schwulen Sex gehabt zu haben

Demnach wurde der 31-Jährige, dessen Identität nicht bekanntgegeben wurde, am 10. Jänner unter anderem wegen „Sodomie“, also sexuellen Handlungen zwischen zwei Männern, öffentlich in Kāzerūn, einer 85.000-Einwohner-Stadt im Südwesten des Landes, gehängt.

Außerdem wurde ihm INSA zufolge die Entführung von zwei 15-Jährigen vorgeworfen, er soll auch andere Straftaten begangen haben. Allerdings sind solche Erklärungen häufig, um die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Handlungen international zu rechtfertigen. Die wahren Hintergründe der vorgeworfenen Taten können oft nicht überprüft werden.

Bereits Ende Dezember wurde der Mann von einem lokalen Strafgericht in Kāzerūn zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof hat das Urteil bestätigt. Daraufhin wurde es vollstreckt.

Nirgendwo werden mehr Menschen hingerichtet als im Iran

In keinem Land der Erde gibt es mehr Hinrichtungen pro Einwohner als im Iran. Immer wieder finden die Vollstreckungen – in der Regel Tod durch Erhängen – öffentlich statt. Allein von Dezember 2017 bis Dezember 2018 sollen im Iran 285 Menschen hingerichtet worden sein, elf davon öffentlich.

Im Dezember 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen deshalb den Umgang des Iran mit den Menschenrechten in einer Resolution verurteilt. Der Iran würde Menschenrechte und grundlegende Freiheiten systematisch verletzen, heißt es dort. Besonders kritisiert wurden die erschreckend hohe Zahl der Hinrichtungen sowie Folter in den Gefängnissen des Landes.