TeenSTAR: Faßmann verspricht, relativiert – und handelt nicht

Die Schulungsunterlagen aus dem Jahr 2017 seien veraltet, betont der Minister - die Opposition fordert Faßmann zum Handeln auf

Screenshot: TeenSTAR
Screenshot: TeenSTAR

Weiterhin keine klaren Worte zur Causa TeenSTAR kommen aus dem Bildungsministerium. In einem Interview mit der ZIB 2 am Sonntag erklärte Minister Faßmann, dass er nicht davon ausgehe, dass der Verein die in der Öffentlichkeit kritisierten Inhalte weiter an Schulen verbreite. Doch die HOSI Salzburg widerspricht ihm – und die Opposition fordert Konsequenzen.

Einen Verein, für den Homosexualität heilbar sei, würde er verbieten, so Faßmann

Sollte der Verein wirklich Schülern beibringen, dass Homosexualität heilbar sei, wäre das „ein No-Go“, erklärt Faßmann auf eine entsprechende Frage von Moderator Martin Thür. „Wenn ich davon erfahre, dann würde ich mit Sicherheit auch entsprechende Konsequenzen ziehen“, so der Minister.

Dass in den internen Schulungsunterlagen von TeenSTAR, die das Ministerium von der HOSI Salzburg zur Prüfung erhalten hat, genau das steht, relativiert Faßmann: „Das sind ganz alte Schulungsunterlagen, da ist ein Missverständnis im Hintergrund – die Sache war leider nicht so eindeutig, wie wir es uns erwartet und vielleicht auch erhofft haben“, rechtfertigt er, dass das Ministerium die Tätigkeit des Vereins an Schulen nicht verboten sind.

Dass die Unterlagen wirklich veraltet sind, glaubt die HOSI Salzburg nicht

Doch die HOSI Salzburg teilt diese Einschätzung des Bildungsministers nicht. „Auf den Unterlagen steht als Datum Jänner 2017“, erklärt Paul Haller, Geschäftsführer der HOSI Salzburg, im GGG.at-Gespräch. Aussteiger haben erklärt, dass diese Unterlagen im Jahr 2018 noch verwendet wurden.

Ähnlich äußert sich SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner. Bei den Unterlagen handle es sich um Materialien, „die im Jahr 2017 vom Verein in 3 Ländern herausgegeben wurden. Von ‚ganz alt’ kann also keine Rede sein. Weiß Faßmann das nicht oder ignoriert er es ganz bewusst?“, so der Abgeordnete, der in der Causa TeenSTAR schon mehrere parlamentarische Anfragen gestellt hat.

Opposition kritisiert die „Lippenbekenntnisse“ von Faßmann

Lindner forderte eine Veröffentlichung des Prüfberichts, den das Bildungsministerium über TeenSTAR erstellt hat. Nur so könne er klarstellen, „ob es auch eine unabhängige, externe Prüfung gibt, um eventuelle Einflussnahmen auszuschließen“

„Der Minister hat reine Lippenbekenntnisse bezüglich der vollkommen inakzeptablen Standpunkte des Vereins abgeliefert. Seine Taten lassen kein besonderes Interesse an Maßnahmen oder Aufklärung erkennen“, ärgert sich NEOS-Bildungssprecher Douglas Hoyos.

Ein Verein, der die sexuelle Selbstbestimmtheit von Mädchen und Frauen relativiert, Abstinenz als Verhütungsmittel propagiert und Homosexualität als heilbar bezeichnet, habe nichts an österreichischen Schulen zu suchen, so Hoyos weiter: „Faßmann behauptet jetzt, dass die entsprechenden Unterlagen veraltet seien und nicht mehr verwendet würden, Beweise kann er dafür allerdings nicht liefern“