Homosexuellen-Mahnmal in Berlin schon wieder beschmiert

Der vierte Vorfall seit Anfang Juni - Aktivisten fordern Videoüberwachung

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
LSVD Berlin-Brandenburg

Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Mitte wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag erneut beschädigt – bereits zum vierten Mal in weniger als drei Monaten.

Das Sichtfenster wurde wieder mit Farbe besprüht

Wie die Berliner Polizei mitteilte, bemerkte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gegen sieben Uhr früh Farbschmierereien auf dem Sichtfenster des Denkmals.

Wie bei allen Fällen von Hasskriminalität hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. Die Beamten gehen von gemeinschädlicher Sachbeschädigung aus.

In nicht einmal drei Monaten wurde das Denkmal viermal beschädigt

Bei dem aktuellen Vorfall handelt es sich um die vierte Beschädigung innerhalb weniger Wochen Das letzte Mal wurde das Sichtfenster erst vor gut zwei Wochen von Unbekannten mit Farbe beschmiert. Auch am 9. und am 30. Juni wurde das Sichtfenster mit Farbe beschmiert.

Seit seiner Einweihung im Mai 2008 wurde das Denkmal immer wieder zum Ziel von Vandalismus – gefasst wurde bis jetzt allerdings kein einziger Täter. Eine Mehrheit der Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD-BB) sprach sich deshalb in einer Befragung für eine Videoüberwachung des Denkmals aus.

Mahnmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle

Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages errichtet. Der Entwurf stammt von den Künstlern Michael Elmgreen und Ingar Dragset.

Sie wollten dabei die Formensprache des benachbarten Holocaust-Denkmals aufnehmen und um ein Element ergänzen: Ein Sichtfenster, durch das man das Video eines gleichgeschlechtlichen Kusses sieht, der in Dauerschleife läuft.