13-Jährigen immer wieder missbraucht: Weihbischof in Rente geschickt

Über das Ergebnis einer internen Untersuchung schweigt sich der Vatikan aus...

John Jenik
Erzdiözese New York

Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, hat Papst Franziskus den Rücktritt des New Yorker Weihbischofs John Jenik angenommen. Der 75-Jährige ließ sein Amt bereits seit Anfang November 2018 ruhen, weil er in den 1980er-Jahren eine „unangemessene Beziehung“ zu einem damals 13-Jährigen gehabt haben soll.

Der Priester soll mit dem Teenager oft in sein Landhaus gefahren sein

So soll Monsignore Jenik, der damals Priester im New Yorker Stadtteil Bronx war, den Burschen unter anderem in seinem privaten Landhaus wiederholt sexuell missbraucht haben. Das hat der heute 53-Jährige letzten November öffentlich gemacht.

Ein unabhängiges Laiengremium hatte damals erklärt, dass die Anschuldigungen gegen Jenik glaubhaft seien. Kardinal Timothy Dolan hatte Jenik, der seit 2014 im Amt war, daraufhin suspendiert. Der Weihbischof selbst hatte alle Vorwürfe in einem Brief an seine Kirchengemeinde zurückgewiesen.

John Jenkin weist alle Vorwürfe gegen ihn zurück

In dem Brief an die Gemeindemitglieder schrieb er, dass er weiterhin „unerschütterlich zurückweise, dass ich irgendwann jemanden missbraucht habe“. Weiters hatte er angekündigt, den Vatikan die erhobenen Anschuldigungen prüfen zu lassen.

Wie diese Prüfung ausging, ist bisher nicht bekannt – und wird vermutlich auch nicht öffentlich werden. John Jenik hatte Anfang März die für Bischöfe vorgesehene Altersgrenze von 75 Jahren erreicht. Der Vatikan hat deshalb seinen Rücktritt angenommen – ganz ohne Aufsehen.

Ebenfalls am Donnerstag teilte der Vatikan mit, dass Papst Franziskus den 61-jährigen Edmund Whalen und den 64 Jahre alten Gerardo Colacicco, Priester aus der Erzdiözese, zu neuen Weihbischöfen ernannt hat. Beide waren Sekretäre von Kardinal John O’Connor, der von 1984–2000 Erzbischof von New York war.

Klagen wegen sexuellen Missbrauchs bringen einige US-Diözesen in große finanzielle Probleme

Kindesmissbrauch durch den römisch-katholischen Klerus und deren Umgang damit setzte die Kirche in den USA auch finanziell stark unter Druck: Wegen Hunderter Klagen sind mehrere Diözesen im US-Bundesstaat New York unter akuter Insolvenzgefahr.

Grund dafür ist eine Gesetzesänderung, durch die Opfer auch jene Fälle verfolgen lassen, die jahrzehntelang zurückliegen. Seitdem sind in den acht Diözesen des Bundesstaates mehr als 400 Klagen eingegangen.