Mittwoch, 24. Juli 2024
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Zahl der HIV-Neudiagnosen in Tirol hat sich halbiert

Trotzdem gibt es für die Aids Hilfe Tirol noch viel zu tun.

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Optimistisch stimmen aktuelle Zahlen der AIDS-Hilfe Tirol: Dort gab es im letzten Jahr 21 HIV-Neudiagnosen – um 25 weniger als im Vorjahr. Das berichtet der ORF Tirol. Durch neue Behandlungsmethoden hat HIV viel von seinem Schrecken verloren – doch andere Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch.

AIDS-Hilfe Tirol warnt vor verfrühten Hoffnungen

Allerdings wäre es zu früh, aus dem starken Rückgang einen allgemeinen Trend abzulesen, warnt Lydia Domoradzki, die Leiterin der AIDS-Hilfe Tirol. Allerdings geben die Zahlen Grund zur Hoffnung: Seit 2012 lag die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen nicht mehr unter 30.

Zu den Gründen dafür zählen unter anderem eine zeitgemäße Behandlung, die die Zahl der HI-Viren im Körper so stark senkt, dass Betroffene den Virus nicht mehr weitergeben können. Auch die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die verhindert, dass sich Gesunde anstecken können, trägt zu einem Rückgang der Neuinfektionen bei.

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In vier von zehn Fällen wird HIV in Tirol zu spät diagnostiziert

Dennoch bleibt für die AIDS-Hilfe Tirol noch viel zu tun. Denn in 40 Prozent der Fälle wird HIV erst zu spät diagnostiziert, das erschwert die Behandlung. Davon sind besonders Menschen über 50 Jahren sowie heterosexuelle Männer und Frauen betroffen.

Auch führt eine Spätdiagnose dazu, dass der Betroffene das Virus weitergeben kann: Jede zweite Neuansteckung in Tirol erfolgt, weil die ansteckende Person nicht wusste, dass sie oder er HIV-positiv sei. Die AIDS-Hilfe Tirol möchte deshalb mehr Menschen dazu bringen, sich testen zu lassen.

Auch die AIDS-Hilfe Tirol will sich breiter aufstellen

Außerdem will sich die AIDS-Hilfe Tirol zunehmend auch auf andere sexuell übertragbare Krankheiten konzentrieren: Im Fokus steht dabei Hepatitis C, das rechtzeitig erkannt und behandelt mittlerweile heilbar ist. Weiters kann man sich bei der AIDS-Hilfe Tirol auch auf Syphillis, Gonorrhoe, Chlamydien sowie auf Hepatitis A und B testen lassen. Im Gegensatz zum HIV-Test sind diese Tests aber derzeit nicht kostenlos.

Damit zeichnet sich ein Trend bei den österreichischen Aidshilfen ab: Denn auch die Aids Hilfe Wien (AHW) hat angekündigt, sich in den nächsten Monaten und Jahren zu einem Zentrum für sexuelle Gesundheit wandeln zu wollen. „Wir dürfen HIV nicht länger isoliert betrachten, sondern wollen unsere Zuständigkeit auf alle sexuell übertragbaren Krankheiten ausweiten: HIV, Syphilis, Tripper, Chalmydien und virale Hepatitis“, erklärte dazu AHW-Obmann Wolfgang Wilhelm.