150 gleichgeschlechtliche Paare haben in Wien geheiratet

Damit ist die Bundeshauptstadt österreichweiter Spitzenreiter

Symbolbild: Schwules Ehepaar
Symbolbild - Fotolia

Gut 900 schwule und lesbische Paare haben sich in Österreich nach der Öffnung der Ehe für alle das Ja-Wort gegeben – Spitzenreiter unter den Bundesländern war dabei Wien. Hier haben seit Jahresbeginn 150 gleichgeschlechtliche Paare eine Ehe geschlossen, 80 weitere Paare haben von einer Eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe gewechselt.

Schon seit zehn Jahren können Paare in Wien den Bund fürs Leben in einer feierlichen Zeremonie schließen

Bekanntestes Paar: Die damalige Grüne Bundesrätin Ewa Dziedzic, die während der EuroPride ihre langjährige Lebensgefährtin Anja Ernst geheiratet hat und seitdem einen Doppelnamen trägt. „Das Politische und das Private gehören zusammen“, so die 39-Jährige gegenüber dem Standard.

„Als vor zehn Jahren die Eingetragene Partnerschaft eingeführt wurde, haben wir in Wien mit dem ‚Wiener Verpartnerungspaket‘ dafür gesorgt, dass die Verpartnerung ebenso im Rahmen einer feierlichen Zeremonie geschlossen wird wie die Ehe. Damit war Wien in Österreich richtungsweisend“, so der für Antidiskriminierung zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky von der SPÖ.

Auch in Wien entdecken heterosexuelle Paare die Eingetragene Partnerschaft für sich

Auch in Wien bleibt die Eingetragene Partnerschaft eine beliebte Alternative  – schließlich wurde Ende 2017 durch den Verfassungsgerichtshof nicht nur die Ehe, sondern auch die Eingetragene Partnerschaft für alle geöffnet. 260 heterosexuelle Paare haben davon Gebrauch gemacht und sich verpartnert.

Damit liegt Wien hier im Bundestrend: Die homosexuellen Eheschließungen und die heterosexuellen Verpartnerungen halten sich österreichweit ungefähr die Waage. Die theoretische Möglichkeit, eine Ehe in eine Eingetragene Partnerschaft umzuwandeln, hat niemand in Anspruch genommen.

Verfassungsgerichtshof hat die Ehe schließlich geöffnet

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte Ende 2017 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet und das mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes begründet. Zuvor war der Versuch der SPÖ, die Ehe im Parlament zu öffnen, am Widerstand von ÖVP und FPÖ gescheitert.

In Kraft getreten ist diese Entscheidung dann mit 1. Jänner 2019: „Der Neujahrstag ist ein besonderer Tag, denn wir feiern ein Jahr Ehe für Alle und 10 Jahre Eingetragene Partnerschaft – zwei Meilensteine im Kampf gegen die Diskriminierung und für die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren“, so Czernohorszky.