Trans-Frau in Berliner U-Bahn mit Pfefferspray angegriffen

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin haben zwei junge Männer am Sonntag in der U-Bahn eine Trans-Frau beleidigt, mit Pfefferspray angegriffen und verletzt. Die Burschen konnten unerkannt fliehen, sie werden nun von der Polizei gesucht.

Zwei Burschen beleidigten die Frau zunächst, dann bedrohten sie die 51-Jährige und griffen sie an

Der Vorfall ereignete sich gegen 17.50 Uhr in einem Zug der Linie U7 in Richtung Rudow. Dort saß die 51-Jährige, als plötzlich zwei Unbekannte auf sie zukamen. Die jungen Männer beleidigten sie homophob, holten ein Feuerzeug hervor und drohten der Trans-Frau, damit ihre Haare anzuzünden. Dann holte einer der beiden Pfefferspray aus seiner Tasche und sprühte ihn der 51-Jährigen ins Gesicht.

Bei der U-Bahn-Station Grenzallee stiegen die beiden jungen Männer seelenruhig aus – nicht, ohne dass einer der beiden die Trans-Frau nicht vorher noch bespuckt hatte. Zeugen kümmerten sich Polizeiangaben danach sofort um die 51-Jährige, spülten ihr die Augen mit Wasser aus und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Eine Behandlung im Krankenhaus sei nicht notwendig gewesen, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Die Polizei sucht nach den mutmaßlichen Tätern

Nun wird gegen die beiden jungen Männer wegen Gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund ermittelt, so die Polizei weiter. Dazu wurden auch Videoaufnahmen aus der U-Bahn gesichert.

Die Zahl der Angriffe auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Berlin ist im letzten Jahr stark angestiegen: Nach Angaben der Berliner Polizei wurden bis Ende September insgesamt 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent.

Zahl der Angriffe auch auf Transsexuelle in Berlin bleibt hoch

Die große Mehrheit der Opfer bilden anderen Statistiken zufolge schwule Männer, es folgen Transsexuelle und lesbische Frauen. Allerdings dürfte die Dunkelziffer – also die Zahl jener Taten, die nicht angezeigt werden – deutlich größer sein.

Dass so viele homo- und transfeindliche Vorfälle aus Berlin bekannt werden, hat einen Grund: Die Berliner Polizei macht als einzige Behörde im deutschen Sprachraum derartige Hassverbrechen gezielt öffentlich, deshalb wird häufiger als aus anderen Städten darüber berichtet.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.