Wegen Corona: Regenbogenparade und Vienna Pride 2020 abgesagt

Gruppe auf der Regenbogenparade 2017
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Wegen der Corona-Krise werden die Vienna Pride und die Regenbogenparade 2020 abgesagt. Grund für die Absage sind die Sicherheitsbestimmungen rund um den Coronavirus, die größere Menschenansammlungen unmöglich machen. Die Vienna Pride hätte von 1. bis 14. Juni 2020 stattgefunden, Höhepunkt wäre die Regenbogenparade am 13. Juni gewesen.

Dieses Jahr wäre die 25. Regenbogenparade gefeiert worden – doch Sicherheit geht vor

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, umso mehr, da wir heuer mit der 25. Wiener Regenbogenparade ein Vierteljahrhundert gefeiert hätten“, bedauert Moritz Yvon, Obmann der HOSI Wien. „Aber die Gesundheit hunderttausender Menschen hat absolute Priorität und es fehlt die nötige Planungssicherheit, um jetzt für Juni vorarbeiten zu können, selbst wenn sich die Lage bis dahin wieder entspannen sollte“, ergänzt Katharina Kacerovsky, Organisatorin der Vienna Pride und Geschäftsführerin der Stonewall GmbH.

Vor einigen Tagen hat man seitens der HOSI Wien und der Stonewall GmbH noch gehofft. „Wir sind froh über die aktuellen Maßnahmen Österreichs zur Eindämmung des Corona-Virus, begrüßen diese sehr, weil wir dadurch hoffen, dass die Verbreitung damit in den nächsten vier bis acht Wochen gestoppt werden kann. Bis dahin arbeiten wir weiterhin an der sicheren Umsetzung von Vienna Pride 2020“, betonte damals die Veranstalterin.

Bis zuletzt hofften die Veranstalter, die Pride könne doch noch stattfinden

Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht – zu groß ist die Zahl der Menschen, die mit der Community feiern wollen.Bei den Veranstaltungen der Vienna Pride wären bis zu 600.000 Besucher erwartet worden, bis zu 400.000 Menschen hätten an der Regenbogenparade teilgenommen, die damit die größte Demonstration Österreichs ist.

Geplant waren außerdem wieder dutzende Side Events und ein viertägiges Pride Village am Wiener Rathausplatz. Mit der Absage der Regenbogenparade steht auch fest, dass die After-Pride-Ausgabe des Circus dieses Jahr nicht stattfinden wird. Die Veranstalter setzen gerade auf Crowdfunding, um das Projekt über die Corona-Zeit zu retten.

Mit voller Kraft plant man jetzt an der Vienna Pride 2021

Die Veranstaltungen der Vienna Pride sollen nun auf 2021 verschoben werden, wenn es nach Kacerovsky geht. „Die Planungen für Vienna Pride 2020 waren bereits so weit fortgeschritten, dass wir uns dazu entschließen konnten, alle Programmpunkte und Kooperationen im Jahr 2021 weiterzuführen“, erklärt sie. Man arbeite gemeinsam mit der Stadt Wien und anderen Partnern an einer Umsetzung der geplanten Vorhaben im nächsten Jahr.

Die Stadt Wien hat der HOSI Wien und der Stonewall GmbH schon ihre Unterstützung zugesagt. Antidiskriminierungsstadtrat Jürgen Czernohorszky von der SPÖ sichert den VeranstalterInnen der Vienna Pride zu, die Vienna Pride 2021 weiterhin zu unterstützen. Letztes Jahr hat die Stadt Wien die EuroPride mit 900.000 Euro gefördert. Ende Februar hatte die Stadt Wien angekündigt, zusätzlich 300.000 Euro in den „Regenbogenmonat Juni“ fließen zu lassen – der für dieses Jahr wohl Geschichte ist.

Im September könnte es Ersatz für die diesjährige Regenbogenparade geben

Eine Verschiebung aller Veranstaltungen auf den Herbst komme für Yvon nicht in Frage: „Die Pride feiert den Beginn der modernen LGBTIQ-Bewegung mit den Stonewall Riots, die im Juni 1969 stattfanden, das kann man ebensowenig verschieben wie Ostern“, erklärt er. Allerdings ist ein Ersatz nicht völlig ausgeschlossen: „Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten. Wenn es sinnvoll umsetzbar ist, fassen wir eine Demonstration mit Abschlusskundgebung im September ins Auge.“

Auch eine solche Veranstaltung würde von der Stadt Wien gefördert werden, kündigte Czernohorszky bereits an. Die Vienna Pride 2021 soll dann von 7. bis 20. Juni stattfinden, Höhepunkt wird dann die 25. Regenbogenparade am 19. Juni 2021 sein.