Andorra will Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen

Eheringe
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Auch Andorra will die Ehe im Sommer für schwule und lesbische Paare öffnen. Dafür werden die beiden zivilrechtlichen Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Partnerschaften zusammengelegt und aufgewertet.

Vor allem im Ausland hatten die Paare Probleme mit ihrer „Zivilunion“

Andorra hat gleichgeschlechtliche Partnerschaften landesweit durch die Einführung der Zivilunion bereits im Jahr 2005 gesetzlich anerkannt. Mittlerweile sind diese rechtlich der heterosexuellen Ehe weitgehend gleichgestellt. Das führt vor allem im Ausland zu Problemen.

„Der Begriff Zivilunion war verwirrend – besonders, wenn man sich in ausländischen Melderegistern registrieren musste, weil sie nicht immer anerkannt wurden und das betroffene Paar somit nicht registriert werden konnte“, erklärte Ester Molné Soldevila, Generalberaterin des andorranischen Parlmaments, der lokalen Tageszeitung Bon Dia.

Alle nicht-kirchlichen Partnerschaftsformen sollen zur Zivilehe zusammengefasst werden

Deshalb soll aus den gleichgeschlechtlichen Zivilunionen und dem „Casamento“, das heterosexuelle Paare schließen konnten, eine einheitliche Zivilehe werden. Denn bisher konnten Ehen in Andorra nur kanonisch, also nach Kirchenrecht, geschlossen werden. Andorra und der Vatikan sind die beiden letzten Länder Europas, in denen es noch keine Zivilehe gibt.

Das wird sich nun ändern: „Ab dem Inkrafttreten dieses Gesetzes wird das andorranische Rechtssystem zwei Formen von Ehen anerkennen: die Zivilehe, zu der sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Paare gehören, und die kanonische Ehe“, so Soldevila.

Die Bevölkerung von Andorra befürwortet die Ehe-Öffnung

In der 78.000 Einwohner zählenden Bevölkerung gibt es für diesen Schritt große Unterstützung: So unterstützen Umfragen zufolge rund 70 Prozent die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist in dem kleinen Pyrenäenstaat bereits verboten.

Auch Scheidungen sollen vereinfacht werden: So soll künftig kein Grund mehr notwendig sein, um den Prozess einzuleiten. Auch die Voraussetzung, dass das Paar für eine Scheidung drei Jahre lang getrennt gelebt haben muss, soll entfallen.

Einen Gesetzesentwurf für diese Vorhaben hat die Regierung von Andorra nun vorgelegt. Er soll voraussichtlich im Mai verabschiedet werden und im Sommer in Kraft treten.