Trans-Frau ohne Vorwarnung das Nasenbein gebrochen: 40-Jähriger vor Gericht

Er soll seinem Opfer dann auch noch in die Notaufnahme gefolgt sein

Justitia
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In Leipzig muss sich seit Montag der 40-jährige Marcus S. vor Gericht verantworten. Er soll im Juli 2018 eine transsexuelle Studentin zunächst beleidigt und dann krankenhausreif geschlagen haben – und ihr dann auch noch in die Notaufnahme gefolgt sein.

Die 22-Jährige saß friedlich auf einer Mauer, als der Mann sie belästigte

Die 22-Jährige saß mit einer Kommilitonin auf der Mauer vor der Moritzbastei. Ohne Vorwarnung kam ein unbekannter Mann auf sie zu und fragte sie nach ihrem Geschlecht. Anschließend forderte er sie auf, ihm auf offener Straße ihre Geschlechtsorgane zu zeigen. Die Frauen versuchten zunächst, den Mann abzuwimmeln – da täuschte er zunächst vor zu gehen, dann drehte er um und schlug zu.

Dabei brach er der 22-Jährigen mit einem Hieb das Nasenbein. Danach ging er seelenruhig weiter, als ob nichts geschehen wäre. Die Studentin wurde in der Notaufnahme der Universitätsklinik Leipzig erstversorgt, Besonders dreist: Der 40-Jährige tauchte in der Notaufnahme auf, lächelte sein Opfer und dessen Begleiterin an und ging dann wieder.

Mit dem Foto, das die Freundin gemacht hatte, konnte der Täter schließlich gefunden werden

Der Freundin der 22-Jährigen gelang es, vor der Universitätsklinik mit dem Handy ein Foto des mutmaßlichen Angreifers zu schießen. Ein halbes Jahr nach der Tat veröffentlichte die Polizei das Foto – und wurde so auf Marcus S. aufmerksam, der den Beamten bereits gut bekannt war.

Denn der Mann war in den letzten 15 Jahren schon mehrere Male wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden. Neben dem Angriff auf die Trans-Frau werden Marcus S. jetzt insgesamt elf Attacken vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Insgesamt werden dem Angeklagten elf Attacken vorgeworfen.

So soll er im Oktober 2018 ohne Vorwarnung einer Frau auf offener Straße das Handy entrissen und ihr ins Gesicht geschlagen haben. Ein Jahr später soll der heute 40-Jährige einer Frau mit dem Fuß in den Bauch getreten haben.

Weil der Mann an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leidet und diese Krankheit auch eine Rolle im Verfahren spielt, wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen. Marcus S. droht unter anderem die lebenslange Unterbringung im Maßregelvollzug. Das Urteil wird für den 17. Juni erwartet.