Regierung stellt klar: Grindr-Dates ab heute verboten

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Heute tritt in Österreich eine Änderung der Covid-19-Maßnahmenverordnung in Kraft. Sie wurde am Mittwoch mit den Stimmen der Regierungsparteien im Hauptausschuss des Nationalrats beschlossen. Neben neuen Maßnahmen werden auch bestehende Regeln konkretisiert – und damit praktisch jede Art von Dating verboten.

„Bezugspersonen“ sind Menschen, mit die man öfter real sieht

So dürfen Personen aus einem Haushalt nur noch eine weitere Person aus einem anderen Haushalt treffen. Nun wurde präzisiert, wer diese „Bezugspersonen“ sind, mit denen Treffen jetzt erlaubt sind. Dazu gehören Menschen, mit denen man mehrmals pro Woche physischen Kontakt hatte.

Das heißt, reine Internet-Bekanntschaften können keine „Bezugspersonen“ sein – und dürfen deshalb jetzt nicht persönlich getroffen werden. Damit verbietet die Regierung praktisch alle Dates über Grindr, Tinder oder PlanetRomeo. Auch Aufenthalte im Freien sind nur gemeinsam mit diesen Bezugspersonen oder engen Angehörigen gestattet.

„Körpernahe Dienstleister“ dürfen auch nicht mehr nach Hause kommen

Die Liste der engen Angehörigen wurde durch die Änderung der Covid-19-Maßnahmenverordnung ebenfalls konkretisiert: Dazu gehören ab sofort nur mehr Eltern, Kinder und Geschwister – nicht aber Großeltern, außer zur Aufsicht minderjähriger Kinder.

„Körpernahe Dienstleister“ – zum Beispiel Friseure – dürfen ihre Dienstleistung ab heute auch nicht mehr beim Kunden zu Hause anbieten, sondern ausschließlich in den Geschäftslokalen.

„Was hier passiert, ist wirklich Pfusch“

Scharfe Kritik an der neuen Verordnung kommt beispielsweise von der SPÖ: „Die Regierung ist scheinbar wieder gezwungen, diese hochgelobte Verordnung jetzt schon wieder zu verändern“, ätzt der stellvertretende Klubchef Jörg Leichtfried im ORF-Radio. Schon jetzt seien Punkte scheinbar gesetzeswidrig gewesen. „Was hier passiert, ist wirklich Pfusch“, so Leichtfried.

Wie lange die Maßnahmen gelten, ist noch nicht klar. Der „harte Lockdown“ ist eigentlich bis 7. Dezember geplant. Die Regierung möchte nun am kommenden Mittwoch den Fahrplan für die Öffnungsschritte nach diesem Lockdown vorlegen. Diese würden, so Bundeskanzler Kurz „behutsam, vorsichtig und nur schrittweise erfolgen“.