Mittwoch, 19. Juni 2024
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15-Jähriger beleidigt 20-Jährigen schwulenfeindlich und schlägt ihn

Ein Alkoholtest bei dem Teenager brachte ein bedenkliches Ergebnis

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In Berlin hat sich am Montagabend erneut ein schwulenfeindlicher Vorfall ereignet: Ein betrunkener 15-Jähriger soll in Berlin-Friedrichshain einen 20-Jährigen beschimpft und angegriffen haben, berichtet die Berliner Polizei.

Aus einer Gruppe Jugendlicher heraus wurde der 20-Jährige beschimpft

Der 20-Jährige traf sich Zeugen zufolge gegen 21.30 in der Mühlenstraße mit fünf Freund:innen, drei Mädchen und zwei Burschen. Plötzlich wurde er aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus von einem 15-Jährigen schwulenfeindlich beschimpft.

Der Mann machte mit seinem Handy Aufnahmen von dem Jugendlichen – doch das gefiel dem 15-Jährigen nicht: Er wurde handgreiflich, schlug dem jungen Mann mehrere Male ins Gesicht, riss ihm die Kopfhörer herunter und warf diese gegen ein geparktes Auto. 

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Der 15-Jährige hatte mehr als ein Promille

Zeug:innen alarmierten die Polizei. Beamt:innen des Polizeiabschnitts 51 konnten die Gruppe rund um den mutmaßlichen Schläger am U-Bahnhof Schlesisches Tor finden. Sie nahmen den 15-Jährigen fest und stellten die Personalien seiner vier Begleiter:innen fest. Er wirkte alkoholisiert. Ein freiwilliger Alkoholtest ergab bei dem Jugendlichen einen Wert von über einem Promille.

Dem Jugendlichen wurde daraufhin auf Anordnung der Staatsanwaltschaft im Polizeigewahrsam Blut entnommen. Danach wurde er seiner Mutter übergeben. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund.

Das Opfer erlitt Schwellungen im Gesicht

Der 20-Jährige erlitt bei dem Angriff Schwellungen im Gesicht. Beim Erstatten der Anzeige lehnte er eine ärztliche Behandlung ab. Nähere Informationen zum Täter oder dem Geschädigten gibt es, wie im Polizeibericht üblich, nicht.

In Berlin macht die Polizei Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gezielt öffentlich. Deshalb wird über diese Taten im Vergleich zu anderen Städten verhältnismäßig oft berichtet.

Die Berliner Polizei hat eigene Ansprechpersonen für LGBTI

Opfer von Hasskriminalität können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI

Damit soll sexuellen Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.