Salzburg: Jugendliche in der Getreidegasse homophob beschimpft und bedroht

Die Polizei konnte die Verdächtigen schnell finden

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

In der Nacht auf Sonntag ist eine Gruppe bi- und homosexueller Jugendlicher in der Salzburger Getreidegasse wegen ihrer sexuellen Orientierung attackiert und beschimpft worden. Das meldet die Polizei der Stadt Salzburg in einer Presseaussendung.

Zuerst mit Plastikflaschen beworfen, dann mit dem Umbringen bedroht

Demnach haben mehrere Burschen die Jugendlichen mit Plastikflaschen beworfen und eine 18 Jahre alte Salzburgerin mit dem Umbringen bedroht. Die Jugendlichen meldeten den Vorfall der Polizei.

Wenig später konnten die Beamten die Angreifer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren anhalten. Jener Bursche, der das Mädchen bedroht haben soll, war allerdings nicht dabei. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Gefährlicher Drohung aufgenommen.

HOSI Salzburg zählt vermehrt Angriffe auf nicht heterosexuelle Menschen

Der Vorfall passt zu den Beobachtungen der HOSI Salzburg: Demnach seien nicht heterosexuelle Menschen in den vergangenen Monaten wieder häufiger mit verbalen und physischen Angriffen konfrontiert gewesen, wie Obmann Josef Lindner dem ORF Salzburg erklärte.

Die Aggression auf Sozialen Netzwerken schwappe zunehmend in das echte Leben über – auch in Städten wie Salzburg. Menschen hätten Lindner zufolge weniger Hemmungen, andere zu beschimpfen oder körperlich anzugreifen. Er ist sich allerdings nicht sicher, ob diese Anfeindungen mit aufgestauter Aggression während der Pandemie einhergehen.

Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität werden vom Innenministerium seit November 2020 gezählt, wie die Grüne LGBTIQ-Sprecherin Ewa Ernst-Dziedzic zu Beginn des Pride Month betonte. Zuvor gab es ein entsprechendes Pilotprojekt im Innenministerium.