[Update] Mindestens 168 LGBTI-Athleten bei Olympia in Tokio

Im Vergleich zu Rio hat sich die Zahl mehr als verdoppelt

Tokyo 2020
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Heute wurden die Olympischen Spiele in Tokio eröffnet – und in den nächsten Wochen werden mindestens 168 offen schwule, lesbische, bisexuelle, queere und nicht-binäre Athlet:innen teilnehmen, wie Recherchen des Portals Outsports ergeben haben – ein neuer Rekord und ein deutliches Zeichen. Mit der Gewichtheberin Laurel Hubbard aus Neuseeland nimmt sogar zum ersten Mal eine trans Frau bei Olympia teil. 

Mehr als doppelt so viele queere Athlet:innen wie in Rio

Damit hat sich die Zahl der nicht-heterosexuellen Teilnehmer:innen seit den letzten Olympischen Spielen 2016 in Rio mehr als verdoppelt: In Brasilen betrug die Anzahl der queeren Sportler:innen nur 56, weitere vier Jahre zuvor in London waren es gar erst 23 offen queere Athlet:innen. Dieses Jahr gibt es in 30 Sportarten mindestens eine:n queeren Spotler:in, das “Team LGBTIQ” setzt sich auch Teilnehmer:innen aus 27 Ländern zusammen. 

Mehr als 30 von ihnen kommen dabei aus den USA, es folgen Kanada, Großbritannien und die Niederlande mit 16 Sportler:innen, Brasilien mit 14, Australien mit 12 und Neuseeland mit 10. Auch interessant: Auf einen geouteten Mann kommen acht geoutete Frauen, am meisten LGBTI-Teilnehmerinnen gibt’s beim Frauenfußball mit mehr als 40 geouteten Sportlerinnen, darunter auch US-Kapitänin Megan Rapinoe. 

Mit dem britischen Turmspringer Tom Daley dürfte auch zum ersten Mal ein schwuler Vater an Olympischen Spielen teilnehmen. Deutschland ist in dieser Liste mit Jasmin Grabowski (Judo) und Jolyn Beer (Schießen) vertreten. Aus Österreich und der Schweiz kommt kein:e queere Athlet:in. All diese Zahlen sind vorläufig, weil erfahrungsgemäß auch während der Spiele noch mehr über einzelne Teilnehmer:innen bekannt wird. 

Ein Zeichen, wie sehr sexuelle Minderheiten heute akzeptiert sind

Dass so viele geoutete Sportler:innen bei den Olympischen Spielen in Tokio mitmachen, zeigt, wie sehr die Akzeptanz sexueller Minderheiten im Sport gewachsen ist. Soziale Medien, besonders Instagram, haben ihnen auch ein Forum gegeben, in dem sie offen leben oder sich outen können. 

“Als offen schwuler Athlet bei den Olympischen Spielen teilzunehmen ist ziemlich geil”, sagte der kanadische Schwimmer Markus Thormeyer gegenüber Outsports. Als er 2016 in Rio teilgenommen hatte, hat er über seine Homosexualität noch nicht offen gesprochen – öffentlich geoutet hatte er sich erst letztes Jahr. 

“Ich bin in einer kleinen französischsprachigen Stadt in Quebec aufgewachsen und kannte keine einzige LGBTIQ-Person oder Athlet:in, bis ich älter war”, sagt auch die kanadische Rugby-Spielerin Elissa Alarie: “Ich hoffe, die wachsende Sichtbarkeit kann jungen Menschen das Gefühl geben, dazuzugehören und die einzelnen Communities ermutigen, inklusiv und einladend zu sein.” 

Hinweis: In der ersten Version des Artikels war von 163 Teilnehmer:innen die Rede – die Zahl wird regelmäßig aktualisiert, Athlet:innen hinzugefügt.

Alle LGBTI-Athlet:innen im Überblick

3×3 Basketball 

Stefanie Dolson (USA) 

Basketball 

Julie Allemand (Belgien) 
Sue Bird (USA) 
Marjorie Carpréaux (Belgien) 
Chelsea Gray (USA) 
Brittney Griner (USA) 
Sabrina Lozada-Cabbage (Puerto Rico) 
Kim Mestdagh (Belgien) 
Leilani Mitchell (Australien) 
Shaina Pellington (Kanada) 
Dayshalee Salamán (Puerto Rico) 
Breanna Stewart (USA) 
Diana Taurasi (USA) 
Ann Wauters (Belgien) 

BMX Freestyle

Perris Benegas (USA) 
Hannah Roberts (USA) 
Chelsea Wolfe (USA, Reserve) 

Boxen

Rashida Ellis (USA)  
Kellie Harrington (Irland) 
Michaela Walsh (Irland) 

Fechten

Astrid Guyart (France) 

Fußball

Yenny Acuña Berrios (Chile)
Andressa Alves (Brasilien, Reserve) 
Bárbara Barbosa (Brasilien) 
Kadeisha Buchanan (Canada) 
Marta da Silva (Brasilien) 
Rachel Daly (Großbritannien) 
Tierna Davidson (USA) 
Anouk Dekker (Niederlande, Reserve) 
Christiane Endler (Chile)
Abby Erceg (Neuseeland) 
Magda Eriksson (Schweden) 
Sisca Folkertsma (Niederlande)
Formiga (Brasilien)
Adrianna Franch (USA) 
Emily Gielnik (Australien) 
Lina Hurtig (Schweden) 
Letícia Izidoro (Brasilien)
Sam Kerr (Australien) 
Fran Kirby (Großbritannien) 
Stephanie Labbé (Kanada) 
Hedvig Lindahl (Schweden) 
Chloe Logarzo (Australien) 
Erin McLeod (Kanada, reserve) 
Teagan Micah (Australien) 
Vivianne Miedema (Niederlande) 
Kelly O’Hara (USA) 
Fernanda Pinilla (Chile) 
Quinn (Kanada) 
Megan Rapinoe (USA) 
Aline Reis (Brasilien)
Jill Scott (Großbritannien) 
Caroline Seger (Schweden) 
Kailen Sheridan (Kanada) 
Sherida Spitse (Niederlande) 
Demi Stokes (Großbritannien) 
Carly Telford (Großbritannien) 
Daniëlle van de Donk (Niederlande) 
Shanice van de Sanden (Niederlande) 
Stefanie Van Der Gragt (Niederlande) 
Merel van Dongen (Niederlande) 
Hannah Wilkinson (Neuseeland) 
Tameka Yallop (Australien) 

Gewichtheben

Laurel Hubbard (Neuseeland) 

Golf

Mel Reid (Großbritannien) 
Alena Sharp (Kanada) 

Gymnastik

Rut Castillo (Mexiko)

Handball

Babi Arenhart (Brasilien)
Nathalie Hagman (Schweden) 
Alexandra Lacrabère (Frankreich) 

Hockey

Sarah Jones (Großbritannien) 
Grace O’Hanlon (Neuseeland) 
Susannah Townsend (Großbritannien) 
Anne Veenendaal (Niederlande) 
Leah Wilkinson (Großbritannien) 

Judo

Alice Bellandi (Italien)
Amandine Buchard (Frankreich) 
Nina Cutro-Kelly (USA)
Jasmin Grabowski (Deutschland)
Natalie Powell (Großbritannien)
Tessie Savelkouls (Niederlande) 
Sanne van Dijke (Niederlande)

Kanu

Evy Leibfarth (USA) 
Florence Maheu (Kanada) 

Leichtathletik

Michelle-Lee Ahye (Trinidad, Sprint)
Ramsey Angela (Niederlande, Staffellauf)
Geisa Arcanjo (Brasilien, Kugelstoßen)
Tom Bosworth (Großbritannien, Gehen) 
Erica Bougard (USA, Siebenkampf) 
Dutee Chand (Indien, Sprint) 
Aoife Cooke (Irland, Marathon) 
Izabela da Silva (Brasilien, Diskus)
Gabriela DeBues-Stafford (Kanada, 1500 Meter)
Yulimar Rojas (Venezuela, Dreisprung) 
Raven Saunders (USA, Kugelstoßen) 
Senni Salminen (Finnland, Dreisprung)

Radsport

Georgia Simmerling (Kanada) 

Reiten

Cathrine Dufour (Dänemark) 
Edward Gal (Netherlands) 
Carl Hester (Großbritannien) 
Domien Michiels (Belgien) 
Hans Peter Minderhoud (Niederlande) 
Nick Wagman (USA, Reserve)

Rudern

Saskia Budgett (Großbritannien, Reserve) 
Kendall Chase (USA) 
Gia Doonan (USA) 
Maarten Hurkmans (Niederlande) 
Meghan O’Leary (USA) 
Jessica Thoennes (USA)
Ellen Tomek (USA) 
Emma Twigg (Neuseeland) 
Julian Venonsky (USA) 

Rugby

Elissa Alarie (Kanada) 
Britt Benn (Kanada) 
Kelly Brazier (Neuseeland) 
Gayle Broughton (Neuseeland) 
Isadora Cerullo (Brasilien)  
Megan Jones (Großbritannien) 
Alev Kelter (USA) 
Ghislaine Landry (Kanada) 
Kaili Lukan (Kanada) 
Celia Quansah (Großbritannien) 
Kristen Thomas (USA) 
Ruby Tui (Neuseeland) 
Sharni Williams (Australien) 
Portia Woodman (Neuseeland) 

Ringen

Kayla Miracle (USA) 

Schießen

Jolyn Beer (Deutschland)
Andri Eleftheriou (Zypern)  
Aleksandra Jarmolińska (Polen)

Schwimmen

Rachele Bruni (Italien) 
Ana Marcela Cunha (Brasilien) 
Amini Fonua (Tonga)  
Mélanie Henique (Frankreich) 
Ari-Pekka Liukkonen (Finnland) 
Erica Sullivan (USA)  
Markus Thormeyer (Kanada) 

Segeln

Jolanta Ogar (Polen) 
Cecilia Carranza Saroli (Argentinien) 

Skateboard

Margielyn Didal (Philippinen) 
Annie Guglia (Kanada)
Poppy Starr Olsen (Australien) 
Alexis Sablone (USA) 
Alana Smith (USA) 

Softball

Ally Carda (USA) 
Amanda Chidester (USA) 
Taylor Edwards (USA, Reserve) 
Larissa Franklin (Kanada) 
Joey Lye (Kanada) 
Haylie McCleney (USA) 
Kaia Parnaby (Australien) 
Anissa Urtez (Mexico) 

Surfen

Silvana Lima (Brasilien)
Sofia Mulanovich (Peru)

Taekwondo

Jack Woolley (Irland)

Tennis

Demi Schuurs (Niederlande) 
Sam Stosur (Australien) 
Alison van Uytvanck (Belgien) 

Trampolin

Dominic Clarke (Australien) 

Volleyball

Ana Carolina (Brasilien)
Paola Egonu (Italien)
Carol Gattaz (Brasilien)
Douglas Souza (Brasilien)

Wasserpolo

Rowie Webster (Australien) 

Wasserspringen

Tom Daley (Großbritannien) 
Anton Down-Jenkins (Neuseeland)