Samstag, 13. April 2024
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Deutsche Synodalversammlung für Segnung homosexueller Paare

Auch Anträge zur Neubewertung von Homosexualität und für ein neues Arbeitsrecht wurden angenommen

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In Deutschland hat sich die dritte Synodalversammlung für Reformen innerhalb der römisch-katholischen Kirche ausgesprochen. Dazu gehöre auch die Segnung homosexueller Paare, so die Delegierten.

Große Mehrheit der Delegierten will Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Von Donnerstag bis Samstag hat die Synodalversammlung zur Erneuerung der römisch-katholischen Kirche in Frankfurt am Main getagt. Dabei gab es auch konkrete Reformbeschlüsse: So sprach sich die Versammlung mit 161 Ja-Stimmen bei 34 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen für die Segnung homosexueller Paare aus. Auch ein Antrag zur neuen „lehramtlichen Bewertung von Homosexualität“ wurde in erster Lesung angenommen.

Mehr als 90 Prozent der Delegierten hatten sich auch dafür ausgesprochen, das kirchliche Arbeitsrecht zu ändern, um die Diskriminierung homosexueller kirchlicher Mitarbeiter:innen zu beenden. Auch dürften kirchliche Mitarbeiter:innen im Falle einer Scheidung oder des Kirchenaustritts des Partners oder der Partnerin keine arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten müssen.

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Weiters sollen verheiratete Priester sowie Frauen als Diakoninnen zugelassen werden, so weitere Forderungen der Delegierten. Außerdem sollen die Gläubigen eines Bistums stärker an der Berufung eines neuen Bischofs beteiligt werden. Doch die Wirkung dieser Forderungen ist begrenzt – sind doch die meisten dort angesprochenen Bestimmungen auf Ebene der Weltkirche geregelt.

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Und die scheint von den Reformbemühungen der deutschen Katholik:innen wenig begeistert. In einer Erklärung vor den Delegierten sagte Nikola Eterovic, Botschafter des Heiligen Stuhls in Deutschland, eine wahre Synode sei vom Heiligen Geist erfüllt „und nicht ein Parlament oder eine Befragung von Meinungen“. Er betonte die Einheit der römisch-katholischen Kirche und erinnerte daran, dass von weltweit 1,3 Milliarden Katholik:innen nur 22,6 Millionen in Deutschland lebten.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, wertete das dreitägige Treffen dennoch als „großen Erfolg“. Im Bereich des kirchlichen Arbeitrechts sei ein Kulturwandel notwendig, bestätigte auch er. Dabei verwies Bätzing auf die Initiative #OutInChurch, in der sich kürzlich 125 kirchliche Mitarbeiter:innen dazu bekannt hatten, nicht heterosexuell zu sein.

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