Sonntag, 3. März 2024
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Zwei Tote bei Terroranschlag auf Schwulenclub in Oslo

Oslo Pride wurde abgesagt, Tatverdächtiger konnte identifiziert werden

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In der Nacht von Freitag auf Samstag, am Vorabend der Oslo Pride, hat es einen Anschlag auf den größten Schwulenclub Norwegens gegeben. Dabei sind zwei Menschen getötet worden, mehrere wurden schwer verletzt. Ein 42 Jahre alter Verdächtiger konnte festgenommen werden. Die Polizei stuft die Tat als Terroranschlag ein. Die Oslo Pride wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Bis zu 20 Schüsse soll der Täter abgefeuert haben

Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK zufolge hat der 42-Jährige an mindestens drei Orten im Zentrum von Oslo zugeschlagen. Einer der Tatorte war das „London Pub“, einer der größten und ältesten Clubs für Schwule im Zentrum von Oslo. Dort seien gegen 1.15 Uhr bis zu 20 Schüsse abgefeuert haben, berichtet die Daily Mail unter Berufung auf die Polizei der norwegischen Hauptstadt. 

NRK-Reporter Olav Rønneberg, der zufällig vor Ort war, berichtet, er habe gesehen, wie ein Mann mit einer schwarzen Tasche im „London Pub“ angekommen sei. Dieser habe eine Waffe genommen und begonnen zu schießen. Im Nachtclub sei es daraufhin zu Panik gekommen, so ein anderer Zeuge. Weitere Tatorte sollen in der Nähe des Jazz-Clubs „Herr Nilsen“ sowie eines Imbissstands liegen.

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Der Tatverdächtige konnte kurz nach dem Angriff gestellt werden

Nach Angaben der Polizei sind bei dem Angriff auf das London Pub zwei Menschen gestorben. Nach derzeitigen Informationen soll es mindestens 21 Verletzte geben. Zehn Menschen seien bei dem Anschlag schwer und elf leicht verletzt worden, teilte die Polizei am Samstag in der Früh auf einer Pressekonferenz mit. Niemand befinde sich mehr in Lebensgefahr.

Bereits wenige Minuten nach dem Anschlag konnte der Tatverdächtige mit Hilfe von Zivilisten in der Nähe des Tatorts gestellt und festgenommen werden. Bei dem Mann wurden zwei Schusswaffen sichergestellt, eine automatische Waffe und eine Pistole, so Einsatzleiter Tore Barstad. 

Der mutmaßliche Täter soll den Behörden bereits bekannt sein

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 42 Jahre alten norwegischen Staatsbürger, der im Iran geboren wurde. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Mann soll bereits polizeibekannt sein. Er selbst habe sich bis jetzt auch noch nicht zum Vorfall geäußert. Auf ihn wartet nun eine Anklage wegen Mordes, versuchten Mordes und Terrorismus.

In einer ersten Stellungnahme sprach der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre von einem „schrecklichen und zutiefst schockierenden Angriff auf unschuldige Menschen“. Auch wenn man die Hintergründe der Tat noch nicht kenne, möchte er „den queeren Menschen, die Angst haben und trauern, sagen, dass wir mit euch zusammen stehen“.

Die 40. Oslo Pride wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt

Heute hätte in Oslo die 40. Pride-Parade stattfinden sollen. Sie wurde – wie alle anderen Pride-Events – nach Rücksprache mit der Polizei kurzfristig abgesagt. „Wir halten die Indizien von Hasskriminalität für stark, sonst hätten wir eine solche Empfehlung nicht ausgesprochen“, so Polizeiinspektor Tore Soldal bei der Pressekonferenz der Polizei.

Die Polizei prüft derzeit, ob andere Anschläge auf die Osloer LGBTI-Community geplant seien, berichtet NRK. Derzeit gebe es dafür aber keine Anzeichen. Die Parade hätte dieses Jahr im Zeichen der Entkriminalisierung von Homosexualität in Norwegen vor 50 Jahren stehen sollen.

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