Berlin: Zwei tätliche Angriffe auf queere Menschen innerhalb von zwei Stunden

Acht Jugendliche bedrohen und schlagen ein schwules Paar

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In Berlin hat es am Donnerstag zwei LGBTI-feindliche Vorfälle gegeben: Im Wedding wurde eine 31-Jährige transfeindlich beleidigt und bedroht, in Kreuzberg haben mehrere Jugendliche ein schwules Paar attackiert.

Die beiden Männer, 25 und 30 Jahre alt, waren gegen 22.10 Uhr auf der Rudi-Dutschke-Straße unterwegs, als sie eigenen Angaben zufolge von einer achtköpfigen Jugendgang drangsaliert wurden.

Als Zeug:innen auf die Situation aufmerksam wurden, flüchtete die Jugendgang

Die Jugendlichen hätten sie von hinten gegen die Beine getreten, mit Fäusten geschlagen und geschubst, so die Angegriffenen. Als Zeug:innen auf die Situation aufmerksam wurden und sich bemerkbar machten, flüchteten die Jugendlichen in die Charlottenstraße in Richtung Besselstraße.

Die beiden Männer wurden bei dem Vorfall leicht verletzt, lehnten eine weitete medizinische Betreuung aber zunächst ab. Nähere Informationen zu den mutmaßlichen Tätern gibt es – wie bei Erstmeldungen der Berliner Polizei üblich – nicht.

Im Wedding wurde eine trans Frau beleidigt und bedroht

Der Vorfall im Wedding ereignete sich gegen 20.00 Uhr. Die 31-Jährige war zu Fuß an der Ecke Turiner Straße/Amsterdamer Straße unterwegs und ging dabei an drei ihr unbekannten Männern vorbei. Diese machten zunächst abwertende Bewegungen und Gesichtsausdrücke in ihre Richtung.

Als die Frau die Männer auf ihr Verhalten ansprach, wurden sie aggressiv: Den bisherigen Ermittlungen und den Aussagen einer Zeugin zufolge beleidigten sie die 31-Jährige daraufhin mehrfach auf Englisch. Einer der Männer soll eine mit Limonade gefüllte Flasche in Richtung der. Frau geworfen haben.

Beleidigt, beworfen, getreten und geschlagen

Ein weiterer Mann soll sie anschließend körperlich bedroht haben. Der Angegriffenen zufolge sollen sie die Männer auch geschlagen und getreten haben, bevor sie schließlich flüchteten. Das konnte die Zeugin allerdings nicht bestätigen.

Die Berliner Polizei suchte die Umgebung sofort ab, konnte die Tatverdächtigen allerdings nicht finden. Die Frau wurde bei dem Angriff nicht verletzt.

In beiden Fällen hat – wie bei mutmaßlichen Hassverbrechen üblich – der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.