Zeit für Zweitstiche: Deutschland hat genügend Affenpocken-Impfstoff

Besonders sexuell aktive Schwule sind betroffen

Sujetbild: Affenpocken-Impfstoff
Sujetbild - Adobe Stock

In Deutschland scheint der Mangel an Impfstoff gegen Affenpocken beseitigt zu sein. Bundesweit würden nach weiteren Impfungen nun mehr als 260.000 Dosen zur Verfügung stehen, so die Ständige Impfkommission (Stiko). Das reiche für die dringend nötigen Zweitimpfungen. 

Die Impfungen sollten „baldmöglichst“ nachgeholt werden

Diese sollten nun besonders bei Männern, die Sex mit wechselnden männlichen Partnern haben, “baldmöglichst” nachgeholt werden, um einen dauerhaften Schutz gegen Affenpocken zu schaffen. Weil es aber zunächst zu wenig Impfstoff gab, empfahl die Stiko im Juli, die zweite Impfung zu verschieben. Der Mindestabstand zwischen zwei Dosen sollte 28 Tage betragen. 

“Der Ausbruch ist noch nicht beendet und es ist unklar, ob eine vollständige Eradikation der Affenpocken außerhalb von Afrika noch möglich ist”, macht die Stiko klar. Denn auch, wenn in den vergangenen sechs Wochen jeweils weniger als fünf Fälle in ganz Deutschland erfasst wurde – ein neuer Anstieg der Ansteckungen scheint auch durch Ansteckungen im Ausland jederzeit möglich. 

Affenpocken bleiben ein weltweiter Gesundheitsnotstand

So hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang November den Ausbruch der  Affenpocken in zahlreichen Ländern außerhalb Afrikas weiter als weltweiten Gesundheitsnotstand eingestuft. Damit hat sie sich der Empfehlung eines unabhängigen Expertengremiums angeschlossen: Es gebe zwar bei der Bekämpfung der Affenpocken Fortschritte, aber weiterhin neue Ansteckungen. Außerdem hätten einige Länder nicht genügend Diagnose- und Behandlungsmittel oder Impfstoffe zur Verfügung. 

Bis jetzt hat das Robert Koch-Institut (RKI) gut 40.000 Affenpocken-Impfungen in 14 Bundesländern verzeichnet. Bayern hat keine Daten übermittelt. Von diesen Stichen waren etwa 84 Prozent Erstimpfungen. Etwa die Hälfte aller Impfungen, 46 Prozent, wurde in Berlin verabreicht, wo es auch besonders viele Fälle gab. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 24 Prozent der Impfungen und Baden-Württemberg mit neun Prozent.