Mittwoch, 21. Februar 2024
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Zu feminin? „Sittenwächter“ greifen 22-Jährigen am Wiener Margaretengürtel an

Weil er ihnen zu feminin ist, soll ein 22-Jähriger in Wien-Meidling von einer Gruppe selbst ernannter "Sittenwächter" angegriffen worden sein. Für den LGBTIQ*-Sprecher der NEOS wird mit den Angriffen eine rote Linie überschritten.

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Wie die Tageszeitung Heute  berichtet, soll es in der Nähe des Margaretengürtels in Wien-Meidling eine Gruppe Jugendlicher auf einen 22-Jährigen abgesehen haben – weil er schwul ist.

Teenie-Bande agiert offenbar als „Sittenwächter“

Gegenüber der Zeitung vermutet der junge Mann, dass es sich bei den Jugendlichen um selbst ernannte „Sittenwächter“ handelt, die ein Problem mit seiner sexuellen Orientierung haben. „Die hassen mich, weil ich so feminin aussehe“, ist sich der 22-Jährige sicher.

Mehrere Male sei er von der Teenie-Gang schon beschimpft und bespuckt worden. Und auch mit den Fäusten wurde er von den Jugendlichen bereits angegriffen. Weil er sich rechtzeitig wegdrehen konnte, wurde er bei dem Übergriff nicht verletzt.

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„Ich weiß nicht mehr weiter und halte das nicht mehr aus“

Doch der Schock sitzt tief: „Ich weiß nicht mehr weiter und halte das einfach nicht mehr aus“, so der Wiener. Er habe mittlerweile Angst, auf die Straße zu gehen. „Bei der letzten Auseinandersetzung habe ich mein Handy gezückt und die Teenies gefilmt, nur so konnte ich mich wehren“, so der 22-Jährige gegenüber der Tageszeitung.

Eigenen Angaben zufolge hat der junge Mann auch schon mehrere Male die Polizei alarmiert. Doch bis die Beamt:innen eingetroffen sind, waren die Verdächtigen bereits geflüchtet. Nun muss er Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

NEOS-Shetty: „So etwas hat bei uns einfach keinen Platz“

„So etwas hat bei uns einfach keinen Platz!“, ärgert sich Yannick Shetty, LGBTIQ*-Sprecher der NEOS. Er höre immer wieder von Vorfällen, bei denen Islamisten anderen erklären wollen, dass es unmoralisch sei, schwul oder lesbisch zu sein.

Shetty macht gegenüber Heute seine Position klar: „Die Gleichberechtigung wurde Jahrzehnte lang erkämpft und das lassen wir uns von religiösen Fundamentalisten genauso wenig kaputtmachen, wie von Rechtsextremen“