Dienstag, 18. Juni 2024
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Warum werden queere Menschen diskriminiert? Studie gibt Antworten

Wie tolerant ist Österreich - gerade auch gegenüber sexuellen Minderheiten? Diese Frage hat sich im Vorfeld des Pride-Months die Kosmetikmarke Nivea gestellt, und eine große Studie zu diesem Thema in Auftrag gegeben.

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Wie tolerant sehen sie Österreicher:innen sich selbst und andere, wie steht es um Respekt im Miteinander, findet Diskriminierung statt und was ist tolerantes Verhalten gegenüber der queeren Community? Diesen Fragen widmet sich die „Unlimited“-Studie, die dieses Jahr von der Kosmetik-Marke Nivea zum ersten Mal in Auftrag gegeben wurde.

Drei Viertel der Befragten schätzen ihre eigene Toleranz als hoch ein

Und während drei Viertel der Befragten die eigene Toleranz im Umgang mit anderen Menschen hoch einschätzen, sieht weniger als ein Fünftel diese Toleranz auch bei anderen Menschen. Knapp die Hälfte gibt an, Mitmenschen „so, wie sie sind“ zu akzeptieren. Besonders wichtig ist den Österreicher:innen dabei Toleranz gegenüber Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Gut zwei Drittel der Befragten geben an, alle sexuellen Orientierungen zu tolerieren, bei Geschlechtsidentitäten ist die Toleranz etwas niedriger. Selbst gegen Diskriminierung queerer Menschen ist aber weniger als ein Fünftel aktiv. 

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Zwei Drittel der LGBTI-Personen haben schon Diskriminierung erlebt

Dabei haben auch dieser Befragung zufolge bereits zwei Drittel der LGBTI-Personen Diskriminierung schon selbst erlebt. Ein Viertel der Betroffenen hat solche Vorfälle mehrmals erlebt, fünf Prozent wurden sogar sehr häufig Opfer einer diskriminierenden Handlung. Rund zwei Drittel der Diskriminierungen fanden im öffentlichen Raum statt, mehr als die Hälfte im privaten Umfeld.

Doch auch am Arbeitsplatz ist die Diskriminierung sexueller Minderheiten noch immer präsent: Mehr ein Drittel der Personen, die berufstätig sind und Diskriminierung bereits erlebt haben, hat bereits selbst diskriminierende Äußerungen erlebt oder beobachtet. Meistens hat es sich dabei um Witze, üble Scherze oder Kommentare hinter dem Rücken der Person gehandelt. Da überrascht es nicht, dass nur sechs von zehn queeren Personen im Arbeitsumfeld geoutet sind – eine von zehn hat vor, es zu tun.

Warum werden queere Menschen diskriminiert?

Aber warum werden queere Menschen diskriminiert? Auch dieser Frage ist die Studie nachgegangen. Die meistgenannten Gründe waren dabei das Festhalten an traditionellen Geschlechterrollen, Vorurteile und Voreingenommenheit sowie mangelndes Verständnis. Vor allem Frauen sehen Ängste und Unsicherheiten gegenüber Unbekanntem und fehlende Aufklärung oder Unwissenheit als ausschlaggebende Kriterien. 

Für gut ein Viertel der Befragten resultiert intolerantes Verhalten aus der Angst vor Veränderungen gesellschaftlicher Normen. Besonders erschreckend: Für zwölf Prozent ist die Angst vor der Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit ein Grund für die Diskriminierung queerer Menschen.

Verschiedene Geschlechtsidentitäten für die meisten Österreicher:innen „verwirrend“

Ein Thema der Befragung waren auch Geschlechtsidentitäten. Für mehr als die Hälfte der Befragten sind die „vielen verschiedenen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen“ verwirrend, ein Fünftel hätte gerne mehr Informationen zu diesem Thema.

Doch warum widmet sich eine Kosmetikmarke diesem Thema? „Bei Nivea setzen wir uns leidenschaftlich für Vielfalt und Inklusion ein“, erklärt Alvaro Alonso, General Manager Beiersdorf Österreich & Eastern Europe. Mit der Unlimited-Studie will man „auf Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse Anlässe und Möglichkeiten zum Austausch und Dialog“ initiieren.

Für die representative „Nivea Unlimited“-Studie wurden im Frühjahr 2024 österreichweit insgesamt 2.580 Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren online befragt. Sie soll Informationen über das Toleranzniveau in der Gesellschaft zeigen und auch aufzeigen, wo es Barrieren gibt und wo für ein respektvolleres Miteinander in Österreich angesetzt werden kann.